Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.06.2019


Test

Suzuki Vitara: Lieber zuverlässig als lässig

Nach mehr als zehntausend gefahrenen Kilometern zeigen sich die Nutzer des Dauertesters Suzuki Vitara überzeugt von seinen Qualitäten.

Vielseitig einsetzbar ist der subkompakte Suzuki Vitara dank eines 140 PS starken Benzinmotors und eines brauchbaren Allradantriebs.

© HöschelerVielseitig einsetzbar ist der subkompakte Suzuki Vitara dank eines 140 PS starken Benzinmotors und eines brauchbaren Allradantriebs.



Von Markus Höscheler

Thaur – Knapp drei Monate ist es her, als Suzuki und Toyota ankündigten, auf globaler Ebene verstärkt kooperieren zu wollen. Das könnte bestimmte Märkte und auch bestimmte gemeinsame Modelle betreffen. Insbesondere beim Hybridantrieb ist Suzuki etwa vergleichsweise schlecht aufgestellt, hier könnte Toyota dank seiner in Jahrzehnten gewonnenen Erfahrungen aushelfen – spekuliert wird mancherorts gar damit, dass der aktuelle RAV4 die technische Basis darstellen könnte für einen neuen Grand Vitara. Einen solchen vermissen wir derzeit im Programm von Suzuki, dafür gibt es ein Segment darunter ein überaus interessantes Angebot: den Vitara. Das 4,17 Meter lange subkompakte SUV dient uns schon seit mehreren Monaten auf verschiedenen Strecken, auf langen ebenso wie auf kurzen.

Alle bisherigen Nutzer, ein gutes halbes Dutzend, zeigen sich bisher zufrieden. Interessanterweise schlägt sich der Allradler auch auf der Langstrecke ganz gut, kann also mit ausreichend Fahrkomfort punkten, obwohl er eigentlich über Kleinwagenabmessungen verfügt. Noch besser schlägt sich der Vitara dann, wenn es heikel wird, was die Fahrverhältnisse anbelangt. Ob Regen oder Schnee, ob aufgebrochener Asphalt oder Forstweg, ob eine steile Passage aufwärts oder ein herausforderndes Gefälle – dank des Allgrip-Allradantriebs fühlen sich die Vitara-Insassen in fast allen Lagen sicher. Die Allradkonfiguration kann auf verschiedene Weise nachgeschärft werden, insgesamt erwies sich das Modell im lang gezogenen westösterreichischen Winter als außergewöhnlich zuverlässig.

Dass ein Sport Utility Vehicle nicht automatisch einen Dieselmotor beherbergen muss, belegt einmal mehr ein Suzuki-Fabrikat. Hier reicht ein 140 PS starker 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, um den 1,2-Tonner von seiner Trägheit zu befreien. Verbunden mit einem unkompliziert agierenden Sechsgang-Handschalter geht es mühelos voran, das maximale Drehmoment von 220 Newtonmetern liegt schon ab 1500 Touren an. Im Sportmodus ist das Gaspedal noch empfindlicher eingestellt. Verhältnismäßig empfindlich waren zu Beginn unserer Testphase auch die Sensoren, einmal gab es auf der eigentlich gemütlichen Geradeaus-Fahrt auf der durch die IG-L-Bestimmungen entschärften Inntalautobahn den Alarm „Auto schlingert“. Davon war in natura nichts zu vernehmen, der Vitara blieb in der Spur, in den Monaten danach verzichtete der Japaner auf solche Hinweise. An dieser Stelle erlauben wir uns aber den Wink mit dem Zaunpfahl zu geben, was den Tarif anbelangt. Die von uns gefahrene Konfiguration ist unverhandelt nicht unter 28.590 Euro zu erwerben, das Basismodell gibt es ab 18.990 Euro.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1373 ccm

Drehmoment: 220 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 103 kW/140 PS

L/B/H: 4170/1775/1595 mm

Gewicht: 1205/1730 kg

Kofferraumvolumen: 375–1120 l

Tankinhalt: 47 l

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

0–100 km/h: 10,2 Sekunden

Verbrauch: 7,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 28.590 Euro

CO2-Emission: 139 g/km




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