Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.06.2019


Test

Neuer Renault Clio: Weiter auf der Erfolgsleiter

Renault setzt mit dem neuen Clio Maßstäbe im Club der Kleinen. Der Franzose punktet mit Design, Technik, Sicherheit und gediegener Material-Qualität.

Ab 12.490 Euro wird der neue Clio von Renault angeboten.<span class="TT11_Fotohinweis">Fotos: Werk</span>

© WerkAb 12.490 Euro wird der neue Clio von Renault angeboten.Fotos: Werk



Von Walter Schrott

Lissabon – Wenn das kein Bombenerfolg ist: Seit 30 Jahren ist der Renault Clio auf den Straßen der Welt unterwegs. Der kleine Charmeur hat einen durchschlagenden Erfolgslauf hingelegt. 15 Millionen Exemplare konnten von den vier Modellgenerationen abgesetzt werden. Damit ist er Segmentweltmeister und meistverkauftes Modell der Marke.

Jetzt tritt Clio Nummer 5 in seine Fußstapfen. Und damit es auf der Erfolgsleiter weiterhin nach oben geht, haben sich Designer und Techniker ordentlich ins Zeug gelegt. Optisch orientiert sich der Neuzugang an der Familien-DNA und tritt mit dem geschärften Design deutlich dynamischer auf. Dezente Rundungen, raffinierte Kanten und die leicht abfallende Dachlinie machen ihn zum Hingucker. Besonders gelungen: Die markant profilierte Motorhaube und der tief sitzende Stoßfänger. Rundum nur Butterseiten trägt der fünftürige Hatchback zur Schau. Bemerkenswert: Schon ab der Basisversion leuchten serienmäßig LED-Lichter durch die Nacht. Davon kann so manches „ranghöhere“ Fahrzeug nur träumen.

Obwohl der Clio mit fast exakt vier Metern Länge gegenüber dem Vorgänger geringfügig geschrumpft ist, offeriert er dank cleverer Innenarchitektur mehr Platz für Passagiere und Gepäck (391 bis 1069 Liter). Vollkommen neu auch das Interieur mit seinem fahrerorientierten Cockpit. Hier begegnet man einer Material- und Verarbeitungsqualität, die in der Kleinwagenklasse nicht unbedingt an der Tagesordnung ist. Da setzt Renault ein dickes Ausrufezeichen. Geschäumte, weiche Oberflächen anstelle von Hartplastik, farbliche Akzente und die exzellenten Sitze heben Optik und Haptik auf ein neues Niveau. Je nach Modell gibt es beim Infotainment 7- bzw. 10-Zoll-Displays, Zweiteres mit Navi-Display. Besonderheit des TFT-Displays: Der Fahrer kann Farbe und Darstellung der Anzeige individuell konfigurieren. Auch sonst bietet Renault mit farblichen Applikationen viel Spielraum für Personalisierung.

„Sicherheit ist bei uns keine Option“, sagen die Renault-Leute und statten den Clio mit den wichtigsten Assistenzsystemen aus. Premiere feiert dabei der adaptive Tempopilot mit Stop-&-Go-Funktion, der exklusiv für den Clio Tee 130 PF EDC mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe erhältlich ist. Das System passt die Fahrgeschwindigkeit automatisch so an, dass der Clio den vom Fahrer zuvor festgelegten Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug von 1,2 bis 2,4 Sekunden einhält. Verringert sich die Distanz zum Vordermann, leitet es eine Teilbremsung ein und nimmt Gas zurück. Ist die Straße wieder frei, beschleunigt der adaptive Tempopilot mit Stop-&-Go-Funktion das Fahrzeug bis zum Erreichen der eingestellten Höchstgeschwindigkeit.

Das Motorenprogramm umfasst zunächst drei Benziner. Der Dreizylinder-Sauger leistet 75 PS, der Dreizylinder-Turbo 100 PS und der Vierzylinder-Turbo 130 PS. Später folgen zwei Dieseltriebwerke mit 85 und 115 PS. Im nächsten Jahr gesellt sich ein Hybrid zur Motorenfamilie. Je nach Modell bzw. Motorisierung besorgen manuelle Fünf- und Sechsgang-Getriebe, eine CVT-Stufenlosautomatik oder ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe die Kraftübertragung.

Was uns bei ersten Testfahrten besonders gefallen hat: Das Fahrwerk des Clio findet eine perfekte Mischung aus Fahrkomfort und Fahrdynamik. Betont sportliche Fortbewegung im Kurvenreich ist durchaus möglich, der Langstreckenkomfort bleibt aber deshalb nicht auf der Strecke. Marktstart ist im September, die Preise starten bei 12.490 Euro.