Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.07.2019


Jaguar

Jaguar I-Pace: Sprunghaft und lebendig

Ein SUV-Coupé der besonderen Art stammt von Jaguar: Es wird in Österreich gebaut, fährt nur mit Elektromotoren und ist dank tiefem Schwerpunkt und Allradantrieb wieselflink.

Gebirgstauglich: Mit dem I-Pace geht es auch auf kurvenreichen Strecken zügig voran, dank 696 Nm Drehmomentmaximum und Allradantrieb.

© HöschelerGebirgstauglich: Mit dem I-Pace geht es auch auf kurvenreichen Strecken zügig voran, dank 696 Nm Drehmomentmaximum und Allradantrieb.



Von Markus Höscheler

Silz – Beim Elektroautothema müssten dem Branchenbeobachter grundsätzlich drei Namen einfallen: Tesla, Renault und Nissan. Der kalifornische Hersteller, ein Start-up-Unternehmen, hat sich auf das Produzieren und Anbieten von Stromautos konzentriert und sich dadurch in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten einen Namen gemacht. Für zusätzliche Schlagzeilen, nicht nur positive, sorgte dabei auch der sehr mitteilungsfreudige Firmenchef Elon Musk. Re­nault dagegen hat zu Beginn dieses Jahrzehnts mit einer groß angelegten Elektro-Offensive aufhorchen lassen – ein Teil des Plans ging auf, der Zoe zählt zu den meistverkauften Elektroautos der Welt. Auf noch mehr Nachfrage stieß bisher der Leaf von Nissan, der schon in zweiter Generation auf unseren Straßen unterwegs ist.

Und die anderen Produzenten? Die befinden sich inmitten einer spannenden Aufholjagd. Zu den ersten, Erfolg versprechenden Jägern, zählt seit vergangenem Jahr Jaguar. Die Raubkatzenmarke ist seit 2018 mit dem SUV-Coupé I-Pace am Markt vertreten und hat schon ein paar Preise eingesammelt. Die Optik gilt dank geschwungener Silhouette und schräg stehendem Heckfenster als ansprechend, die Motorisierung als überaus anziehend: Zwei E-Aggregate leisten zusammen 400 PS und stemmen ein maximales Drehmoment von 696 Newtonmetern. Damit ist ein Sprint von null auf 100 km/h in 4,8 Sekunden möglich.

Der Vortrieb will erlebt werden, insbesondere auf Bergstraßen: Der I-Pace kämpft sich schwungvoll nach oben, lässt sich auch bei drastischen Richtungswechseln nicht wirklich aus der Ruhe bringen. Das liegt zum einen am Allradantrieb, zum anderen am niedrigen Schwerpunkt, der durch den im Fahrzeugboden verbauten Akku begünstigt wird. Der Energiegehalt beträgt 90 Kilowattstunden. Somit verwundert es wenig, wenn die Reichweite mit mehr als 400 Kilometern bei voller Batterie angegeben wird. Im Alltag kann aber eine zu sportliche Fahrweise und eine zu starke Beanspruchung der Klimaanlage Dutzende von Kilometern kosten. Etwa 350 Kilometer mit einer Akku-Ladung sind dann aber immer noch möglich.

Empfehlenswert bei Ausflügen mit dem I-Pace sind am Ende Hochleistungs-Ladesäulen (mit 50 bis 100 kW), denn an der gewöhnlichen Haushaltssteckdose geht es ziemlich gemütlich zu: Dann braucht es für das Laden eines halben Akku einen ganzen Tag Zeit. Für die Anschaffung benötigt der Interessent übrigens ein gut gefülltes Portemonnaie: Der Testwagen kostet 98.694 Euro.

Die Technik

Motor: zwei Elektromotoren

Speicherkapazität: 90 kWh

Drehmoment: 696 Nm

Leistung: 294 kW/400 PS

L/B/H: 4682/1895/1565 mm

Gewicht: 2208 kg

Kofferraumvolumen: 656–1453 l

Wattiefe: 500 mm

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

0–100 km/h: 4,8 Sekunden

Verbrauch: 24,5 kWh/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 98.694 Euro

CO2-Emission: 0 g/km