Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.08.2019


Test

Audi Q3: Verlässlich auf Kurz- und Langstrecke

Unterwegs mit dem Dauertester Audi Q3: Das frische Kompakt-SUV begeistert mit adrettem Aussehen, hoher Variabilität, starkem Motor und austariertem Fahrwerk.

Die Farbe ist ein Zankapfel, die Karosseriebauart ist es nicht: Die blaue Lackierung gefällt nicht jedem, die Silhouette und das Design aber fast allen.

© HöschelerDie Farbe ist ein Zankapfel, die Karosseriebauart ist es nicht: Die blaue Lackierung gefällt nicht jedem, die Silhouette und das Design aber fast allen.



Von Markus Höscheler

Montefiascone – Mit dem Virtuellen freundet sich Aud­i zunehmend an, vom Gedruckten entfernt sich das Unternehmen allmählich. Bekannt wurde vor wenigen Tagen, dass die Vier-Ringe-Marke im kommenden Jahr auf das Drucken von Autokatalogen verzichten werde – zu hoch seien die Kosten, zu groß die Gefahr, dass die Hochglanzbroschüren bereits aus verschiedenen Gründen wieder veraltet sind. Audi-Interessenten sollten sich stattdessen an die laufend adaptierten Informationen im Internet wenden, heißt es von Seiten des Herstellers.

Dort wird natürlich in höchsten Tönen der Q3 der zweiten Generation gepriesen – die Frage ist nur, ob sich das mit dem tatsächlichen Verhalten des Kompakt-SUV in der realen Welt deckt. Seit annähernd drei Monaten sind wir nun schon mit dem 4,48 Meter langen Hochbau unterwegs – mehr als 5000 Kilometer hat der Dauertestwagen bisher hinter sich gebracht, auf so abwechslungsreichen Strecken wie in den Schwarzwald oder nach Kalabrien. Ob auf frischem Asphalt, brüchigem Teer oder Forststraßen – der Eindruck, den das Fahrwerk hinterließ, war dabei ein durchwegs positiver. Nicht zu straff und auch nicht zu soft ist der Q3 abgestimmt.

Lobesworte verdient das Zweiliter-Vierzylinder-Aggregat, ein aufgeladener Benzinmotor. Mit 230 Pferdestärken und einem frühzeitig anliegenden maximalen Drehmoment von 350 Newtonmetern hat er leichtes Spiel mit dem 1,7-Tonner. Nur 6,3 Sekunden vergehen, bis der Q3 von null auf 100 km/h beschleunigt. Mit der Stoppuhr haben wir diese Fähigkeit zwar nicht überprüft, dafür aber immer wieder die Souveränität bei Überholmanövern getestet. Und die ist da, samt ausreichender Traktion, die durch den Quattro-Allradantrieb mitverantwortet wird. Durchaus positiv ist in dieser Hinsicht zudem, dass die an Bord befindliche Siebenstufen-Doppelkupplung mit dem Sportmodus noch zackige­r agiert und reagiert. Die Laufkultur verdient Beachtung, der Testverbrauch kann mit dem eines Diesels erwartungsgemäß nicht mithalten: 9,7 l/100 km.

Vorbildlich dagegen ist die Gestaltung der Rückbank – hier lässt sich die Neigung der Lehne verstellen, außerdem ist eine Längsverschiebbarkeit gegeben. Damit wird das Ladeabteil vergrößert und so das Transportieren sperriger Güter erleichtert. Nicht minder hilfreich sind die Parksensoren rundum, die stets wachsam mitteilen, wo sich Hindernisse befinden. Die elektronischen Helferlein sind geboten, denn die Rundumsicht ist grundsätzlich nicht die beste, vor allem nicht nach hinten. Die gewählte Motorisierung verlangt nach solider finanzieller Basis. Wenigstens 48.160 Euro sind erforderlich, um sich die 230 PS starke Ausführung anzuschaffen. Ab 35.650 Euro gibt es das Einstiegsmodell.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1984 ccm

Drehmoment: 350 Nm bei 1400 U/min

Leistung: 169 kW/230 PS

L/B/H: 4484/1856/1616 mm

Gewicht: 1695/2200 kg

Kofferraumvolumen: 530–1525 l

Tankinhalt: 60 l

Höchstgeschwindigkeit: 233 km/h

0–100 km/h: 6,3 Sekunden

Verbrauch: 9,7 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: ab 48.160 Euro

CO2-Emission: 173 g/km




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