Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.08.2019


Test

CB 1000 R: Hondas nackte Sportlerin lädt zum Kurventanz

Die Honda CB 1000 R kann beherzt einbiegen und vehement nach vorne stürmen. Man kann aber auch einfach cruisen.

Honda macht bei der CB 1000 R im Gegensatz zu anderen Herstellern nicht auf Retro, sondern lässt das Bike in Sachen Stil frisch und neu wirken.

© WerkHonda macht bei der CB 1000 R im Gegensatz zu anderen Herstellern nicht auf Retro, sondern lässt das Bike in Sachen Stil frisch und neu wirken.



Von Lukas Letzner

Weer – Zwei Jahre ist es nun her, dass Honda die CB 1000 R völlig umkrempelte und damit einen beachtlichen Teil ihrer Fangemeinde schockte. Doch angesichts des gepflegten Retro-Stils, dem sich auch andere Hersteller verschrieben hatten, war es an der Zeit, sich vom etwas angestaubten Streetfighter-Look zu verabschieden. Da wir ohnehin immer ein Faible für die Cafe-Racer-Fraktion hatten, konnten wir die Entscheidung nur begrüßen und freuten uns daher umso mehr, dass wir kürzlich ein Tänzchen mit dem sportlichen Naked Bike wagen durften.

Schon im Stand versprüht die Honda CB 1000 R ihren rauen Charme. Ihre hoch aufbauende Front läuft in einem kurzen Heck aus (da ist er ja noch, der Hauch von Streetfighter) und die schwarze Lackierung passt perfekt zu den gebürsteten Aluminium-Oberflächen. Der Druck auf den Anlasser kombiniert dann den optischen Charme mit einem kernig-dunklen Klang und dem damit einhergehenden, wohl dosierten Macho-Gehabe.

Der Vierzylinder der aktuellen CB 1000 R basiert auf dem Aggregat der 2004er Fireblade. Das Triebwerk lässt maximal 145 Pferde antraben und läuft – wie sollte man es von Honda auch anders erwarten – seidenweich, sodass man meinen könnte, auf einem Sechszylinder-Straßenkreuzer zu sitzen. Das ändert sich allerdings, sobald man kurviges Geläuf unter die Räder bekommt. Mühelos lässt sich die nackte Japanerin in Kurven aller Radien werfen, jede noch so kleine Lenkerbewegung wird sofort in eine Richtungsänderung umgewandelt. Passend zum Charakter der Maschine ist die Sitzposition sehr aktiv und nach vorne orientiert. Zudem hat man dank des elektronischen Setups die Möglichkeit, die Maschine völlig an seine Bedürfnisse anzupassen. Die vordefinierten Fahrmodi decken sämtliche Lebenslagen – vom Regen über Straße bis zur sportlicheren Gangart – ab, wem das nicht reicht, der kann die Traktionskontrolle, die Motorbremse und das Power-Mapping im User-Modus selbst einstellen. Ein guter Partner ist auch der Quickshifter, mit dem man während des Kurven-Swings mühelos durch die Gänge steppen kann.




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