Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.08.2019


Test

Neuer Mazda MX-5: Spaßgerät mit perfektem Feinschliff

Mazda spendiert der Fangemeinde anlässlich des 30. Geburtstags des legendären MX-5 das auf 3000 Stück limitierte Sondermodell „30th Anniversary“. Der exklusive Roadster im Test auf Tirols Bergstraßen.

Das limitierte Jubiläumsmodell des Mazda MX-5 erstrahlt in aufregendem Racing Orange. Nur 50 Stück kommen nach Österreich.

© Angela FuchsDas limitierte Jubiläumsmodell des Mazda MX-5 erstrahlt in aufregendem Racing Orange. Nur 50 Stück kommen nach Österreich.



Von Martin Lugger

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Innsbruck – Seit Mazda im Jahr 1989 mit dem ersten MX-5 der Roadster-Bauweise neues Leben einhauchte, hat sich das Sport-Cabrio zum erfolgreichsten Modell seiner Art entwickelt – mit unzähligen eingeschworenen Fans auf der ganzen Welt. Das 30-Jahr-Jubiläum des Kult­autos gehört gebührend gefeiert. So viel vorweg: Mazda gelingt dies mit dem neuen „30th Anniversary“-Sondermodell mit Bravour.

Nicht nur die seitlich angebrachte Plakette mit der Seriennummer verrät die Exklusivität des auf 3000 Stück limitierten Eyecatchers. Das markanteste Extra ist die aufsehenerregende Lackierung in Racing Orange. Der wahrlich fetzige Farbton findet sich auch auf den Bremssätteln, in Elementen der Recaro-Sportsitze sowie auf Dekors und Nähten des Interieurs. Die edle Optik wird von den 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Jubiläumsgravur komplettiert.

Hat man sich erst einmal in den wunderbar kompakten und guten Seitenhalt gebenden Sitzen festgeschnallt, beginnt die Paradedisziplin des MX-5: auf das Wesentliche reduzierter Fahrspaß. Die Sonderedition profitiert von den Updates des Modelljahrgangs 2019 – das bedeutet auch mehr Leistung, nämlich 184 PS. Wie üblich verlangt der 2-Liter-Direkteinspritzer nach einem engagierten Gasfuß. Ab 4000 Touren wächst mit der Drehzahl auch die Breite des Grinsens, und die beiden Auspuffendrohre entschädigen mit heiser-sonorem Fauchen für deren etwas biedere Anmutung. Der kontrollierte Powerslide aus der Kehre macht einmal mehr bewusst, dass der Fun-Faktor einen unbestreitbaren Vorzug des klassischen Hinterradantriebs darstellt.

Das Fahrwerk ist erwartungsgemäß sehr sportlich ausgelegt und gibt die Fahrbahnverhältnisse ungefiltert weiter – Komfort Fehlanzeige. Im Winkelwerk liegt der MX-5 dafür wie ein Brett, keine Unruhe und kein Schaukeln trüben die Kurvenhatz. Das geringe, neutral verteilte Gewicht, die direkte Lenkung und das knackig-puristische, hör- und spürbare Sechs-Gang-Getriebe haben alle ihren Anteil an der sich außerhalb des Stadtverkehrs sofort einstellenden Fahrfreude. Die Bremsen (vorne Brembo, hinten Nissin) verzögern amtlich, lassen allerdings den letzten Biss vermissen. Den mit 6,9 Litern angegebenen Verbrauch wird der durchschnittliche MX-5-Liebhaber eher selten erreichen – ein Roadster ist eben kein Alltagsgerät, sondern eine Herzensangelegenheit. Im durchaus forschen Testbetrieb im Tiroler Gebirge genehmigte sich der Freudenspender akzeptable 8,5 Liter.

Neben der getesteten Version mit manuellem Soft-Top, das sich mit einem Handgriff öffnen und schließen lässt, ist das „30th-Anniversary“-Modell mit elektrischem Klappdach verfügbar – dann auch mit optionaler Sechsstufen-Automatik. Mit den ausgerufenen 38.000 Euro in der Grundkonfiguration ist der Jubiläums-Roadster zwar keine Okkasion. Für die gebotenen Fahrleistungen dieser Limited Edition und in Anbetracht der exklusiven Ausstattung aber alles andere als überteuert. Mehr kostet eben mehr.




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