Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 31.08.2019


TT-Autotest

Rexton Sports XL: Gediegene Optik und starkes Herz

Attraktives Äußeres, ansprechende Fahrleistung und angemessenes Ladevolumen: Mit dem Rexton Sports XL schickt SsangYong einen mustergültigen Pick-up ins Rennen.

Der Auftritt des Rexton Sports XL stimmt. Außerdem wirken die Proportionen dank der längeren Pritsche stimmiger als beim kürzeren Bruder.

© LetznerDer Auftritt des Rexton Sports XL stimmt. Außerdem wirken die Proportionen dank der längeren Pritsche stimmiger als beim kürzeren Bruder.



Von Lukas Letzner

Inzing – Eine robuste Optik, Trittbretter, Überrollbügel und eine mächtige Ladefläche: Klassische Pick-ups gehören in Ländern wie den USA, die sich durch ihre weiten Flächen und leeren Straßen auszeichnen, zu den Fixsternen im Straßenbild. Doch auch bei uns erfreuen sich die Lastentiere immer größerer Beliebtheit und das nicht zuletzt deshalb, weil sie sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Pferdestehlen eignen und aufgrund des gestiegenen Komforts zum idealen Fluchthelfer aus dem Alltagstrott werden. Ein eher unbekanntes Beispiel dafür, wie man die doch recht gegensätzlichen Anforderungen des Alltags gekonnt vereinen kann, ist der SsangYong Rexton Sports. Wir durften kürzlich in der Langversion des koreanischen Zwillingsdrachen Platz nehmen und uns von seinen Qualitäten überzeugen.

Schon im Stand wirkt der Rexton Sports XL sehr beachtlich. Die mächtige Front und eine Gesamtlänge von 5,4 Metern sorgen für den entsprechenden Auftritt und man sieht ihm sofort an, dass er einiges wegstecken kann. Immerhin beträgt das Ladevolumen 1262 Liter und bei Bedarf stemmt der Zwillingsdrache ordentliche 890 Kilogramm auf der 1,6 Meter langen Pritsche. Wer den Rexton Sports XL lieber als Zugmaschine einsetzen möchte, der kann außerdem bis zu drei Tonnen Anhängelast ziehen. Dass sich der Koreaner bei Bedarf in ein waschechtes Arbeitstier verwandeln kann, liegt also auf der Hand. Sehr erfreulich ist, dass die Ladefläche serienmäßig mit Kunststoff ausgekleidet ist. Manche Konkurrenten setzen hier auf eine Lackierung in Wagenfarbe, die so gar nicht zu den Fähigkeiten eines solchen Arbeitstieres passt.

Der Rexton Sports versteht es aber auch, seine Passagiere zu verwöhnen. Der Innenraum lehnt sich erfreulicherweise am komfortablen Bruder ohne Ladefläche an und zeigte sich bequem und hochwertig zugleich. Der Materialmix stimmt, die Armaturen sind klar und übersichtlich gezeichnet und die Bedienung fällt kinderleicht. Die Sitze sind äußerst angenehm und selbst in der zweiten Reihe – das ist bei Pick-ups ja immer so eine Sache – darf man sich nicht über Platzmangel beklagen. Dank Ausstattungsmerkmalen wie der 360°-Kamera, eines 9,2-Zoll-Touchscreens inklusive Navigation, Lenkrad- und Sitzheizung ließ unser Testwagen keine Wünsche offen.

Im Innenraum des Koreaners bleiben – zumindest in der Icon-Ausstattungsvariante – keine Wünsche offen.
Im Innenraum des Koreaners bleiben – zumindest in der Icon-Ausstattungsvariante – keine Wünsche offen.
- Letzner

Für den Vortrieb des Rexton Sports sorgt ausnahmslos ein 2,2-Liter-Dieselmotor. Das Aggregat leistet 181 PS und stemmt ein maximales Drehmoment von 420 Nm auf die Kurbelwelle. In unserem Fall wurde der Motor mittels 6-Gang-Automatik mit dem Getriebe verkuppelt und bei Bedarf ließ sich die Kraft auf alle vier Reifen aufteilen. In der Praxis geht der Vierzylinder recht motiviert ans Werk, weshalb sich der doch drei Tonnen schwere Rexton Sports XL keineswegs lahm anfühlt. Wie lange er für den Standardsprint wirklich braucht, konnten wir zwar nicht herausfinden, doch der Vorwärtsdrang endet erst jenseits der 170-km/h-Marke, was im IG-L-Land Tirol jedenfalls ausreicht. Überrascht waren wir auch vom Fahrwerk, das sich äußerst ausgewogen präsentierte. Selbst auf der Landstraße fühlt sich der Rexton nicht schwammig an und trotz des Leiterrahmens steckt das Fahrwerk die meisten Unebenheiten weg. Im Gelände leistete sich der Rexton Sports auch keine Schwäche mit seinem zuschaltbaren Allradantrieb und dem selbstsperrenden Hinterachsdifferenzial. Wer eine Garage hat, die die doch üppigen Abmessungen des Rexton Sports XL beherbergen kann, der braucht nur noch 28.750 Euro. Das kostet der Koreaner mindestens. Die von uns gefahrene Icon-Ausstattung schlägt dann mit 39.250 Euro zu Buche.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 2157 ccm

Drehmoment: 420 Nm bei 1600 U/min

Leistung: 133 kW/181 PS

L/B/H: 5405/1950/1855 mm

Gewicht: 2100/2980 kg

Ladevolumen: 1262 l

Tankinhalt: 75 l

Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h

0–100 km/h: k.A.

Verbrauch: 9,4 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 39.250 Euro

CO2-Emission: 231 g/km