Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.09.2019


Test

Grand California: Ganz schön wohntauglicher Fünftürer

Mit dem Grand California hat Volkswagen sein Reisemobil-Angebot erheblich erweitert.

Sechs Meter lang und drei Meter hoch – das ist die kleine Variante des Grand California.

© HöschelerSechs Meter lang und drei Meter hoch – das ist die kleine Variante des Grand California.



Von Markus Höscheler

Baumkirchen – Größe ist relativ, das belegt einmal mehr Volkswagen: Der deutsche Fahrzeughersteller bietet ab Herbst neuerdings den Grand California an, und zwar in zwei Größen: 600 und 680. Die größere Variante ist 6,8 Meter lang, die „kleinere“ misst sechs Meter und kommt auf eine Höhe von circa drei Metern. Damit ist der „Kleine“ nichts für die Tiefgarage – dafür aber für die große Reise, sofern die Familie nicht mehr als vier Köpfe zählt. Denn neben den beiden Vordersitzen gibt es noch eine Rückbank mit zwei Sitzgelegenheiten.

Das klingt spartanisch, ist es aber nicht. Denn der auf dem Nutzfahrzeug Crafter basierende Grand California hat unzählig viele Staufächer, einen schlanken Küchenblock samt Kühlschrank, eine Nasszelle samt WC, zwei Schlafebenen für insgesamt vier Personen, einen größere­n Klapptisch und zwei Campingstühle. Ein ausfahrbares Trittbrett erleichtert seitlich in Verbindung mit einer großzügig gestalteten Schiebetür den Zugang zum hinteren Bereich des Fahrzeugs. Das einzig Beschwerliche ist das Portal selbst, denn es braucht verhältnismäßig viel Kraftaufwand für das Öffnen und Schließen. Recht mühelos erschließt sich den Nutzern der Klappmechanismus, der für die Gestaltung der Schlaf­ebenen geschaffen wurde. Ähnliches gilt für das Öffnen der Dachfenster und die Verwendung der Sonnenblenden für diverse Fenster. Etwas mehr Geduld ist dagegen für die Erschließung des zentralen Bedienfelds im Wohnraum erforderlich. Angenehm fällt wiederum die intelligent gestaltete LED-Beleuchtung aus.

So kastenartig der Grand California aufgebaut ist, so überraschend leichtfüßig bewegt er sich auf der Straße: Das Fahrwerk verwöhnt mit ausreichendem Komfort, der 177 PS starke Turbodiesel harmoniert mit der Achtstufenautomatik. Gelegentlich hätten wir uns beim Testwagen allenfalls einen 4Motion-Allradantrieb anstelle des Vorderradantriebs gewünscht, da die Traktion auf nassem Untergrund nicht immer eine ideale war. Im Gegenzug verwöhnte die Lenkung mit Leichtgängigkeit, das Instrumentarium mit übersichtlicher Darstellung und das Navigationssystem mit realistischer Zielführung und zeitnahen Staumeldungen. Besonders wichtig: die Rückfahrkamera, die das Rangieren des Fahrzeugs zum Kinderspiel macht.

Der Grand California stellt in Summe eine geglückte Vermählung zweier Welten (Pkw- und Nutzfahrzeug) dar, die natürlich ihren Preis hat. Dank zahlreicher Extras wird der Testwagen mit 96.405,16 Euro bewertet. Wer auf Optionen verzichten möchte, kann mit dem Basispreis von 69.517 Euro kalkulieren – muss dann aber auf eine Reihe von Sicherheitssystemen, Ausstattungselementen wie das Hochbett und eine ausgezeichnete Klimaautomatik verzichten.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.




Kommentieren


Schlagworte