Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.10.2019


Test

Neuer Peugeot 208: Gut gebrüllt, kleiner Löwe

Peugeot setzt mit dem neuen 208 die Design-Reform fort. Der Kleinwagen präsentiert sich betont sportlich und wird ab dem Frühjahr 2020 auch vollelektrisch unterwegs sein.

Den neuen 208 offeriert Peugeot ab 15.800 Euro.

© WerkDen neuen 208 offeriert Peugeot ab 15.800 Euro.



Von Walter Schrott

Lissabon – Das Design ist nach wie vor entscheidend beim Autokauf. Da zeigt Peugeot mit der neuen Designsprache klar und deutlich, wie man schöne Autos baut. Die Löwen sind quer durch alle Modellreihen echte Hingucker geworden. Zum attraktiven Rudel gesellt sich ab sofort der neue 208. Er steht auf der neuen CMP-Plattform von PSA. Damit können schon einmal 30 Kilo an Gewicht eingespart werden. Der 208 ist gegenüber dem Vorgänger um neun Zentimeter auf knapp über vier Meter gewachsen, dafür aber um drei Zentimeter niedriger. Und er wird künftig ausschließlich als Fünftürer mit einem Ladevolumen von 265 Litern angeboten.

Optisch fährt der 208 die Krallen aus. Brav war einmal, die kleine Raubkatze kommt mit der kantigen Frontpartie mit markantem Kühlergrill und Lufteinlass angriffslustig daher. Das Löwen-Logo sitzt prominent in der Mitte des Kühlergrills, die Modellbezeichnung 208 direkt darüber auf der Motorhaube. Stilistische Anklänge an den Rudel-Chef 508 sind unübersehbar. Die Lichtspiele mit den Frontscheinwerfern und Heckleuchten im Dreikrallen-Design entlarven den pfiffigen Franzosen schon von Weitem als Mitglied der Peugeot-Familie. Dazu passen thematisch auch die Säbelzahn-Tagfahrlichter. Die Seitenlinie mit der langen Motorhaube und der abfallenden C-Säule sorgt für ein betont sportliches Erscheinungsbild. Das Heck mit durchgehender Blende zieht den 208 in die Breite, ein Dachkantenspoiler rundet den sportlichen Auftritt ab.

Einen Hauch von Raumschiff Enterprise zaubert das i-Cockpit in den Innenraum. Das hoch positionierte 3D-Kombiinstrument liefert alle wichtigen Infos digital nah ans Auge des Fahrers. Damit steigt – so haben die Peugeot-Techniker errechnet – die Reaktionsfähigkeit um eine halbe Sekunde. Das kann in brenzligen Situationen durchaus entscheidend sein. Das relativ kleine Multifunktionslenkrad liegt bestens in der Hand, dazu sorgen – je nach Modell – fünf, sieben und zehn Zoll große Touchscreens via Mirrorlink, Android Auto und Apple Carplay für umfassende Vernetzung.

Antriebsseitig stehen vier Motoren zur Wahl. Die Benzinerfamilie umfasst einen 1.2-Dreizylinder in den Leistungsstufen 75, 101 und 136 PS. Dieses Triebwerk erfüllt bereits die ab 2021 geltende Abgasnorm Euro 6D. Im Gegensatz zu anderen Herstellern setzt Peugeot immer noch auf den Diesel. Der 1.2-Selbstzünder mit 100 PS und 260 Nm Drehmoment geht temperamentvoll und durchzugsstark ans Werk. Und mit einem Verbrauch von durchschnittlich 3,2 Litern pro 100 Kilometer ist er spritmäßig ein Kostverächter. Die Kraftübertragung besorgen je nach Modell und Motorisierung manuelle 5- und 6-Gang-Schaltgetriebe bzw. eine 8-Gang-Wandlerautomatik. Keine Kompromisse gibt es in Sachen Sicherheit. Peugeot bietet für den 208 Assistenzsysteme in Kompaniestärke, die man sonst nur in höheren Fahrzeugklassen findet. Damit wird auch der Weg zum halbautonomen Fahren geebnet.

Spannung – im wahrsten Sinne des Wortes – kommt im März 2020 auf. Dann wird der kleine Löwe auch vollelektrisch unterwegs sein. Der 100-Kilowatt-E-Motor leistet 136 PS und liefert mit 260 Nm ein beachtliches Drehmoment. Dank einer großen Batterie mit 50 kWh Kapazität schnurrt der 208 bis zu 340 Kilometer weit. Optisch hebt sich der Stromer von den Verbrennern mit einem Kühlergrill in Wagenfarbe ab und das Löwen-Logo ändert je nach Blickwinkel die Farbe.

Nach ersten Testkilometern meinen wir: „Gut gebrüllt, kleiner Löwe!“ Der pfiffige Franzose liefert einen feinen Mix aus Komfort und Fahrdynamik. Im Reich der Kurven lässt er sich agil und leichtfüßig bewegen, auf der Langstrecke verwöhnt er mit tadellosem Komfort.

Der 208 kann ab sofort bestellt werden, fünf Ausstattungslinien stehen zur Wahl. Wobei die Versionen GT und GT Line mit exklusiven Ausstattungsfeatures wie Alcantara-Sitzen, Full-LED-Scheinwerfern, 17-Zoll-Rädern und Alu-Pedalen locken. Preislich geht es bei 15.800 Euro los, das Elektromodell startet bei 31.900 Euro (abzüglich staatlicher und regionaler Förderungen).




Kommentieren


Schlagworte