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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.10.2019


RA MMag. Mathias Demetz

Auf die Form kommt es an

Rechtsanwalt Mathias Demetz gibt Auskunft darüber, welche Formvorschriften bei der Errichtung eines Testaments einzuhalten sind.

In der Regel wird ein Testament schriftlich errichtet, ein mündliches ist in Ausnahmefällen gültig.

© iStock/SteinlechnerIn der Regel wird ein Testament schriftlich errichtet, ein mündliches ist in Ausnahmefällen gültig.



Gibt es für Testamente Formvorschriften, die eingehalten werden müssen?

Es gibt unterschiedliche Arten, wie ein Testament errichtet werden kann. Für alle Arten sind spezielle Formvorschriften vorgesehen, die zuletzt insbesondere aus Anlass des „Vorarlberger Testamentsskandals" verschärft wurden. Werden diese nicht eingehalten, ist das gesamte Testament ungültig.

Welche Formvorschriften sind bei einem schriftlichen Testament zu beachten?

Beim so genannten eigenhändigen Testament muss der gesamte Text vom Verfügenden selbst mit Hand geschrieben und unterschrieben werden, wobei die Unterschrift am Ende des Textes zu erfolgen hat. Die Anführung von Ort und Datum ist nicht zwingend notwendig, aber ratsam. Zeugen sind nicht erforderlich. Beim fremdhändigen Testament kann der Text mit PC, Schreibmaschine oder handschriftlich von einer anderen Person verfasst werden. Der Verfügende hat das Testament in Gegenwart von drei gleichzeitig anwesenden Zeugen zu unterschreiben und mit einem handschriftlich von ihm geschriebenen Zusatz zu versehen, dass die Urkunde seinen letzten Willen enthält. Dieser Zusatz kann etwa lauten: „Dies ist mein letzter Wille."

Müssen die Zeugen das fremdhändige Testament auch unterschreiben?

Die Zeugen müssen mit einem auf ihre Eigenschaft als Zeuge hinweisenden und eigenhändig geschriebenen Zusatz unterschreiben. Zudem muss sich die Identität der Zeugen aus dem Testament eindeutig ergeben, indem neben Vor- und Nachname auch das Geburtsdatum oder die Adresse angegeben wird. Zu beachten ist, dass etwa Personen, die durch das Testament begünstigt werden, nicht als Zeugen in Frage kommen.

Ist ein mündliches Testament gültig?

Nur wenn es vor Gericht oder beim Notar errichtet wird. Sonst ist ein mündliches Testament nur im Ausnahmefall gültig, wenn für den Verfügenden unmittelbar die begründete Gefahr droht, dass er stirbt. In diesem Fall genügen zwei Zeugen. Ein solches Nottestament verliert aber drei Monate nach Wegfall der Gefahr seine Gültigkeit.

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