Letztes Update am Di, 19.06.2012 13:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


FC Wacker machte sich in Kirchdorf klein

Nur 1:1 in der Provinz: Der Tiroler Bundesligist setzte seine Fans zur Freude des Landesligisten SV Kirchdorf auf fußballerische Magerkost.



Von Thomas Mair

Kirchdorf – Der FC Wacker in der Tiroler Provinz. Das Ablösespiel für Mittelfeldspieler Alexander Fröschl machte es gestern möglich, dass sich Unterhaus-verein SV Kirchdorf mit dem Tiroler Fußballkrösus vor etwa 1000 Zuschauern am grünen Rasen messen durfte.

Die zahlreichen Wacker-Fans erhofften sich naturgemäß einen Kantersieg des Bundesligisten über den Siebenten der Landesliga Ost. Doch dem war nicht so, weil die arrivierten Stammspieler in der ersten Halbzeit nie ihr Leistungsvermögen abrufen konnten und sogar durch einen Treffer von Ralf Massing mit 0:1 ins Hintertreffen gerieten. „Unsere Defensive ist sehr gut gestanden und hat die Räume geschickt eng gemacht“, konnte Kirchdorf-Trainer Reinhard Hofer nur eine einzige Wacker-Chance in den ersten 45 Minuten erkennen. Ob Schreter, Schütz, Bergmann, Hauser oder Abraham – keinem Wackerianer wollte gestern etwas gelingen. Der brasilianische Testspieler Marcelo Fernandes hing an vorderster Front in der Luft und konnte demnach auch keine Akzente setzen. „Wir schauen ihn uns noch eine Woche an und er wird auch beim Vorbereitungsspiel am kommenden Samstag gegen St. Gallen auflaufen“, will der sportliche Leiter Oliver Prudlo zwecks einer Verpflichtung noch abwarten.

Abstand nehmen die Schwarzgrünen allerdings von einem Engagement des 21-jährigen Franko-Algeriers Badis Diab. Dies trotz seines Ausgleichs zum 1:1, den er, mit hauptsächlich Nachwuchskräften an seiner Seite, in der zweiten Hälfte erzielte. „Obwohl er andeutete, dass er ein guter Fußballer ist, merkt man ihm aufgrund seiner körperlichen Defizite an, dass er einige Zeit nicht mehr gespielt hatte“, will Prudlo nur Spieler verpflichten, die zum Saisonstart voll im Saft sind.

Dass es am Ende beim 1:1-Remis blieb, schmeckte den Wacker-Verantwortlichen auch nicht, selbst wenn die Vorbereitung erst begonnen hat. „Die geistige und körperliche Frische haben gefehlt“, will Prudlo die harten Trainingseinheiten nicht als Ausrede gelten lassen: „Das war mir zu wenig. So ein Spiel gegen einen unterklassigen Verein muss einfach klar gewonnen werden.“

Dachten sich wohl auch die Kirchdorfer Spieler, Verantwortlichen und Zuschauer, die den Erfolg beim besonderen Meisterschaftsabschluss in vollen Zügen genießen konnten. „Das ist ohne Zweifel ein Riesenerfolg, der in die Vereinsgeschichte eingehen wird“, freute sich Hofer, der sich dieses Remis auch als Trainer an seine Brust heften kann.




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