Letztes Update am So, 15.07.2012 11:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bei Wanderung gestürzt

Leo Tschenett tot aufgefunden - Verlust eines großen Kollegen

Tirols Fußball trauert um den verunglückten Ex-Wacker-Goalie Leo Tschenett (75).



Innsbruck – Die Suche von 52 Personen der Freiwilligen Feuerwehren Oberperfuss und Ranggen, den Bergrettungseinheiten Innsbruck und Flaurling, der Bergwacht Oberperfuss sowie der Alpinpolizei im Wald zwischen Stiglreith und Ranggen galt Leo Tschenett, der gestern um 9.45 Uhr in alpinem Gelände tot aufgefunden wurde. Am Sonntagnachmittag hatte er noch gegen 17.15 Uhr die Gaststätte auf der Oberperfer Mittelstation­ verlassen, ehe er einige Tage nicht mehr gesehen wurde­. Stiglreith-Wirt und SVI-Trainer Hans Glabonjat wurde nach der Vermisstenmeldung pausenlos kontaktiert, zumal er einer der Letzten­ war, die den Witwer lebend gesehen hatten: „Er wollte zu Fuß nach Hause.“

Tschenett zeichnete die Tiroler Fußballgeschichte kräftig mit. Als der FC Wacker Innsbruck 1970/71 das erste Mal über den Titel in der obersten Spielklasse jubelte, war er Teil jenes meisterlichen Kollektivs, das unter dem Trainergespann Branko Elsner/Otto Baric viele klingende Namen führte: Herbert Rettensteiner, Roland Eschelmüller, Heinz Binder, Peter Werner, Werner Kriess, Johann Eigenstiller, Franjo Francescin, Helmut Voggenberger, Josef Obert, Helmut Senekowitsch, Franz Wolny, Johann Ettmayer, Leo­pold Grausam, Kurt Jara, Boris­ Sikic, Johann Trenkwalder, Dieter Lederer.

In 56 Meisterschaftsspielen und einem Europacup-Match gegen Partizan Tirana stand Tschenett im Wacker-Kasten, starke Konkurrenz (Gartner, Fraydl, Irovic oder Rettensteiner) machte ihm den Kampf ums Einserleiberl schwer. Der Leo blieb sich immer treu.

„Das geht mir sehr nahe. Er war ein super Sportskamerad, auf den man sich immer verlassen konnte. Wenn einer was gebraucht hat, war der Leo zur Stelle“, reagierte Ex-Kollege Heinz Binder geschockt. „Ein toller Sportsmann, der total in Ordnung war. Ein Fußball-Besessener, der auch im Alter von seiner Arbeit überzeugt war“, fügte Glabonjat an. Bei Tirol Ligist SVI werkte Tschenett im Frühjahr noch als Tormanntrainer, was er zuvor auch in Kematen und Axams tat. Trainerposten hatte er auch beim SVI, in Fulpmes, Rum, Axams und Telfs bekleidet. Marcel Schreter führte er gerne als seine Entdeckung an.

„Er war ein Original als Fußballer und Mensch. Einer mit Ecken und Kanten“, würdigte TFV-Präsident Josef Geisler Tschenetts jahrzehntelanges Schaffen. (lex, w.m.)




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