Letztes Update am Do, 12.04.2012 01:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Den ISK-Legenden blutet das Herz

Mit einer 0:2-Niederlage im Stadtderby bei der Veldidena läutete die Kampfmannschaft des ISK ihr „quasi“ letztes Fußball-Frühjahr ein. Der baldige Partner aus Lohbach untermauerte indes seine Aufstiegsambitionen.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Aus sportlicher Sicht war nach der 0:2-Niederlage am Besele kein Katzenjammer angesagt. Die Veldidena spielt um den Aufstieg, der ISK kämpft gegen den Abstieg. „Wir hatten einen schlechten Start gegen die spielerisch stärkste Mannschaft, dürfen uns davon aber nicht verunsichern lassen“, diktiert Coach Gerhard Lettenbichler in die Notizblöcke. Ob er im Sommer Coach der SPG Innsbruck West – im Nachwuchs gibt‘s die Kooperation mit Lohbach schon seit einigen Jahren – sein wird, steht in den Sternen: „Es sind alle Trainer-Varianten offen.“ Lohbachs Obmann Karl-Heinz Findler – sein Team startete unter Trainer Michi Schober mit einem 5:2-Sieg im zweiten Stadtderby über Wilten mit ganz klaren Aufstiegsambitionen ins Bezirksliga-Frühjahr – will sich im Allgemeinen nicht groß zur kommenden Zusammenarbeit äußern: „Ich will niemanden die Motivation stehlen. Der ISK soll nicht absteigen und wir sollen aufsteigen. Gespielt wird so oder so in der Gebietsliga werden. Wir werden eine Kampfmannschaft und ein I-B-Team unter den Namen SPG Innsbruck West führen. Diese Überlegungen existieren seit Jahren.“

Eingefleischten ISK-Leuten – der Verein trat unter dem Namen SV Hötting 1923 als einer der ersten Klubs dem Tiroler Fußballverband bei – blutet indes das Herz. Vor einigen Jahren (2004–2006) spielte der Traditionsklub noch in der Westliga, zehn Tiroler Meistertitel und vier Cupsiege führt die Homepage neben 70 Nachwuchs-Meistertiteln. Eine legendäre Bilanz. Allzeit-Funktionäre wie der 2003 verstorbene Alois Schrettl machten die Innsbrucker jahrzehntelang zu einer Säule des kugelrunden Sports. Und jetzt soll dieser Klubname so einfach verschwinden?

„Manche identifizieren sich mit der neuen Lösung, manche nicht. Den Namen ISK hat halt jeder gekannt“, weiß Lettenbichler, dass die Meinungen weit auseinanderklaffen und die Gefühlsskala weit ausschlägt. Dass ein ehren­amtlicher ISK-Obmann wie Andreas Oberhofer („Der geht die Lebensmittel für 20 Zuschauer kaufen“) irgendwann unter Abnützungserscheinungen leide, liege aber auf der Hand: „Ganz ehrlich: Ich bewundere jeden, der das ehrenamtlich macht.“

Ein Blick auf die aktuellen Spielerkader der beiden Vereine kann den Vorwärtsgang der Lohbacher (gegründet 1979) in der Person von Elvir Karahasanovic untermauern: Der markierte vier Treffer zum Rückrundenauftakt; ein Ex-Westliga-Knipser, der dem ISK im Abstiegskampf fehlt.

Am Besele kommen die Veldidena und Wilten, auch wenn‘s manchmal eng ist, nebeneinander aus. Gemeinsame Nachwuchsteams gibt‘s in mehreren Klassen, die Kampfmannschaften müssen zur Stunde nicht über einen Zusammenschluss philosophieren. Die Veldidena peilt unter Spielertrainer Farid Lener (schoss ein Traumtor gegen den ISK) den Wiederaufstieg in die Landesliga an, Wilten will die Bezirksliga halten.




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