Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.05.2018


Bezirk Kufstein

Kultur soll den Tourismus im Kufsteinerland beflügeln

Vor zehn Jahren wurde die Kultur-Dachmarke Kultura gegründet. Mittlerweile vereint sie Highlights des Kulturkalenders.

© TT/ BöhmIm August steht die Josefsburg der Festung Kufstein wieder im Zeichen des Operettensommers.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Bereits Dichter Heinrich Heine und Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy wussten es: „Auf den Flügeln des Gesanges“ ist vieles möglich. Auch der Kufsteiner Tourismusobmann Johann Mauracher möchte auf den „Flügeln des Gesanges“ seine Tourismusregion Kufsteinerland weiterbringen. Nicht wie im berühmten Lied zu „den Fluren des Ganges“, sondern zu neuen Gästerekorden. Dazu wird die Kultur-Dachmarke „Kultura“ stetig ausgebaut.

Gegründet wurde Kultura von den Kufsteiner Touristikern vor zehn Jahren, für die damaligen Beethoven-Tage, die mittlerweile aber (nach einigem Streit) eingestellt wurden. Für Mauracher sind solche (Weiter-)Entwicklungen normal und wichtig. Stattdessen gebe es jetzt die „Glück.tage“ (24. bis 26. Mai).

Auf alle Fälle findet sich bei Kultura so manches Highlight des Tiroler Kulturveranstaltungskalenders. Dabei gibt es heuer einen Reigen an Jubiläen: Da sind die Tiroler Festspiele Erl (5. bis 29. Juli), die 20 Jahre auf dem Buckel haben und Wagner sowie Rossini auf die Bühne bringen. Weiters natürlich der Operettensommer, der mit „Anatevka“ (3. August bis 18. August) wieder Fans des klassischen Musicals auf die Festung zieht. Über die Tourismusgrenzen hinaus geht man mit der Academia Vocalis, die heuer ihr 30. Bestandsjahr feiert. Gegründet wurde die Gesangsakademie in Wörgl zur Ausbildung junger Sänger. Für die Abschlusskonzerte der Seminare gehen die Verantwortlichen aber mittlerweile auch in andere Orte und erreichen damit auch das Kufsteinerland. Unter anderem findet das Jubiläumskonzert mit dem Arnold Schönberg Chor (4. August) im Erler Festspielhaus statt.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Am 26. Mai 2019 wird sich der Vorhang für die Erler Passionsspiele erstmals heben. Dabei kommt die Erfolgsfassung der Passionsgeschichte von 2013 aus der Feder von Felix Mitterer auf die Bühne. 60.000 Besucher sahen damals die Aufführungen im Passionsspielhaus, für die kommende Saison 2019 sind bereits 12.000 Karten verkauft. Weiters gibt es 2022 wieder Passionsspiele in Thiersee. Dafür, wie zu erfahren ist, suche man noch nach einem Regisseur.

Das Kultura-Programm bringt aber den Touristikern nicht nur mehr Gäste, sondern kostet auch eine Stange Geld. Auf rund 300.000 Euro pro Jahr beziffert Mauracher den TVB-Beitrag. „Aber es ist der richtige Weg“, erklärt er. Wichtig sei, Qualität zu liefern. Das schlage sich dann nicht nur in den Übernachtungszahlen, sondern auch in der Wertschöpfung nieder. „Kufsteiner Hotels können Spitzenpreise verlangen“, freut sich Mauracher.