Letztes Update am Di, 06.11.2018 17:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Eklat um Erdogan-Zeichnung in deutscher Ausstellung

Eine Erdogan-kritische Zeichnung in einer Ausstellung im Linz am Rhein in Deutschland hat einen Eklat ausgelöst. Die türkische Generalkonsulin bat die Stadt, das Bild nicht weiter zu zeigen.

© ReutersDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.



Bonn – Eine kritische Zeichnung, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zeigt, hat in einer Ausstellung in Linz am Rhein in Deutschland einen Eklat ausgelöst. Die türkische Generalkonsulin in Mainz, Sibel Müderrisoglu, habe die deutsche Stadt Linz dringend ersucht, das Bild des kurdischen Künstlers Ali Zülfikar nicht zu zeigen, weil es ehrverletzend und herabwürdigend für Erdogan und die Türkei sei, sagte der Bürgermeister Hans Georg Faust (CDU) am Dienstag.

Wegen rechtlicher Bedenken und aus Sorge um mögliche Konflikte zwischen Erdogan-Gegnern und -Anhängern habe er den Kölner Künstler gebeten, sein Werk vorerst nicht zu präsentieren. Das sei bei der Vernissage am vergangenen Sonntag in Stadthalle der Stadt auf Kritik gestoßen. Der Künstler teilte mit, das Werk sei an der Wand umgedreht worden – auf der Rückseite habe er den Vermerk „Zensiert von der Stadt Linz“ angebracht. Zuvor hatte die Rhein-Zeitung darüber berichtet.

Das Kunstwerk zeigt Erdogan laut Zülfikar mit einer Brille, in der sich ein weinendes Kind als Symbol für den Krieg und ein inhaftierter Oppositionspolitiker spiegeln. In der Hand halte Erdogan ein heiliges Buch mit seinem Fingerabdruck. Unten rechts befinde sich ein Stempelabdruck mit der Inschrift „Erdo-Bananen Republik“.

Zeichnung kann wieder gezeigt werden

Bürgermeister Faust sagte der Deutschen Presse-Agentur weiter, am Montag hätten ihm Einschätzungen des Auswärtigen Amtes in Berlin sowie von Juristen und der Polizei vorgelegen. Demnach könne die Zeichnung wieder gezeigt werden – bis zum Ausstellungsende am 18. November. Es gehe um die Freiheit der Kunst und die Meinungsfreiheit. Die türkische Generalkonsulin Müderrisoglu war am Dienstag zunächst nicht zu erreichen. (APA/dpa)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Tiroler Landesmuseen
Tiroler Landesmuseen

Neuer Landesmuseenchef Assmann: „Ein Wechsel in aller Wertschätzung“

Peter Assmann wurde erwartungsgemäß zum neuen Chef der Landesmuseen bestellt. Ein Gespräch über die künftige Ausrichtung des Ferdinandeums und die Zusammenar ...

Auktion
Auktion

Brief von Albert Einstein für knapp 28.400 Euro versteigert

Über den Käufer wurde zunächst nichts bekannt. Auch der Verkäufer wurde nicht genannt. Einstein hatte in dem Brief an seine Schwester Maia bereits 1922 auf d ...

Wien
Wien

Haus der Geschichte Österreich: „Sehr schön, aber auch sehr dicht!“

Mit einem Festakt im Camineum der Nationalbibliothek ist am Samstag das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) eröffnet worden, während gleichzeitig wenige hu ...

Exklusiv
Exklusiv

Landesmuseum: Die Qual der Wahl zwischen fünf Kandidaten

Wer Museumsdirektor Wolfgang Meighörner als Direktor der Tiroler Landesmuseen beerben wird, entscheidet sich am kommenden Montag.

Festspiele Erl
Festspiele Erl

Festspiele Erl: Zukunft ohne „Erlkönig“, aber mit Regieversprechen

Nach dem Sturz von Alleinherrscher Gustav Kuhn setzt das Tiroler Wagnerfest auf Erfahrung abseits der “Magie“. Mit 1. September 2019 übernimmt Bernd Loebe di ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »