Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 13.06.2019


Bezirk Imst

Keine Kulisse, sondern eine Brücke zwischen den Zeiten

Das Ötztaler Heimatmuseum in Längenfeld-Lehn feiert den Vierziger. Die Gebäude erstrahlen zeitgerecht in neuem Glanz.

In der Längenfelder Fraktion Lehn wurde das Fest zum 40er des Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseums gefeiert.

© DornIn der Längenfelder Fraktion Lehn wurde das Fest zum 40er des Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseums gefeiert.



Von Agnes Dorn

Längenfeld – Vor vierzig Jahren öffneten die ersten sieben Gebäude des Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseums in Längenfeld-Lehn ihre Pforten. Grund genug für den Heimatverein und die Ötztaler Museen, zu einem Fest zu laden, bei dem man gemeinsam mit zahlreichen Weggefährten einen Blick zurück auf die ersten Anfänge warf.

Das Heimatmuseum sei keine Kulisse, sondern solle als Brücke von der Gegenwart in die Vergangenheit wie auch in die Zukunft dienen, so die Leiterin der Ötztaler Museen, Edith Hessenberger: „Wir wollen nicht romantisch zurückschauen, sondern uns kritisch damit auseinandersetzen, wer wir sind“, verwies die Ethnologin auf die Verantwortung, die die Museen innehätten, nämlich auch das „festzuhalten, was kurz davor ist zu verschwinden“.

Seit 1966 hatte bereits ein Verein rund um den im heurigen Frühjahr verstorbenen Prof. Hans Haid sowie Isidor Grießer Gegenstände aus dem Tal zusammengetragen. Schon im Gründungsprotokoll des Vereins sei die „Schaffung und Erhaltung eines Talmuseums“ festgeschrieben worden, so der namensgleiche aktuelle Obmann Hans Haid, der die frühen Jahre Revue passieren ließ. Diese Gegenstände zierten dann das im Jahr 1979 eröffnete Museum. Obmann Haid lud zugleich die Besucher ein, ihre Erinnerungen an die Anfänge des Museums zu teilen.

Auch er selbst brachte bei der folgenden Diaschau einige Anekdoten ein. Besonders berührend muteten dabei die Erinnerungen jener an, die die Museumshäuser noch als ehemalige Bewohner gekannt haben. So erinnerte sich etwa Alois Praxmarer an seine Kindheit in seinem Elternhaus „Lehn 24“.

Inzwischen sind die Instandhaltungsarbeiten an allen Häusern so gut wie abgeschlossen und das Museum erstrahlt rundum erneuert. Ein neues Leitsystem wurde installiert und soll den Besuchern den Weg durch das Freilichtmuseum weisen.