Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.07.2019


Bezirk Imst

Imst sichert Konzertstätte mit Fluchtweg-Servitut ab

Mit dem Einsatz von 24.000 Euro können auch weiterhin Konzerte mit über 400 Besuchern im Imster Stadtpark veranstaltet werden.

Der Stadtpark bei der Landesmusikschule in der Stapf-Villa ist ein beliebter Open-Air-Veranstaltungsort. Will man weiterhin Konzerte mit mehr als 400 Besuchern abhalten, braucht es weitere Fluchtmöglichkeiten.

© PaschingerDer Stadtpark bei der Landesmusikschule in der Stapf-Villa ist ein beliebter Open-Air-Veranstaltungsort. Will man weiterhin Konzerte mit mehr als 400 Besuchern abhalten, braucht es weitere Fluchtmöglichkeiten.



Von Alexander Paschinger

Imst – Zuletzt waren es die Konzerte von Herbert Pixner und Gilbert, welche den Imster Stadtpark mit je 1000 Besuchern füllten. Aber selbst die Abschlusskonzerte der Landesmusikschule ziehen an die 800 Zuhörer an. Damit auch weiterhin Konzerte in dieser Größenordnung bei der Stapf-Villa stattfinden können, bedarf es jedoch entsprechender Fluchtwege. Die derzeitige Situation würde künftig nur noch 400 Besucher erlauben. Will man weiterhin 1000 Personen Platz bieten, braucht es eine Fluchtmöglichkeit Richtung Norden. Am Dienstag stand ein diesbezügliches Servitut bei zwei angrenzenden Grundstücken auf der Tagesordnung des Imster Gemeinderates. Und mehrheitlich wurden diese Verträge auch beschlossen. Die Gemeinde lässt sich diese „Dienstbarkeit“ jeweils 12.000 Euro, also insgesamt 24.000 Euro kosten.

Ganz ohne Diskussion ging es im Stadtparlament freilich nicht. GR Helmuth Gstrein (IFI) meinte etwa, dass da „wohl einiges schiefgelaufen“ sei. Immerhin habe es bei der ersten Behandlung eines Vertragsentwurfes noch geheißen, dass pro Familie 5000 Euro zu zahlen seien. Hier rieb sich BM Stefan Weirather mit dem Oppositionellen: Es sei wohl gerade Gstreins Kritik an der Summe gewesen, die den Preis nun in die Höhe getrieben habe, erklärte der Stadtchef. Man werde wohl noch seine Meinung sagen dürfen, konterte der Angesprochene. Immerhin gehe es um öffentliche Steuermittel.

Zu den 12.000 Euro pro Grundstücksbesitzer meinte Weirathers Gemeinderatskollege RA Christian Linser: „Es gibt hier keine fixen Sätze.“ Das sei reine Verhandlungssache. Weirather betonte seinerseits, dass als Alternative zum Fluchtweg-Servitut nur eine eigene bauliche Variante im Raum gestanden wäre. „Und die hätte uns 200.000 bis 300.000 Euro gekostet.“ GR Linser stellte diese beiden Möglichkeiten gegenüber und betonte, dass der Gemeinderat somit sehr wohl dem Gebot der Sparsamkeit nachkomme.

Der Einsatz von insgesamt 24.000 Euro für das Fluchtweg-Servitut („das wir hoffentlich nie in Anspruch nehmen müssen“, so Weirather) wurde letztlich mit 14 Stimmen mehrheitlich angenommen. Dagegen sprachen sich vier Mandatare aus – und eine Enthaltung machte das Ergebnis komplett.

Der Gemeinderat stimmt am Dienstag mehrheitlich für die Dienstbarkeit zweier angrenzender Grundstücke – das kostet insgesamt 24.000 Euro.
Der Gemeinderat stimmt am Dienstag mehrheitlich für die Dienstbarkeit zweier angrenzender Grundstücke – das kostet insgesamt 24.000 Euro.
- Paschinger



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