Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.09.2019


Ferdinandeum

Jetzt schon 30 Millionen für Museumsumbau

Die Attraktivierung des Ferdinandeums dürfte ordentlich ins Geld gehen. Und der Termindruck ist schon gehörig.

Das Landesmuseum wird mit großem Aufwand adaptiert.

© Foto TT / Rudy De MoorDas Landesmuseum wird mit großem Aufwand adaptiert.



Von Markus Schramek

Innsbruck – Die Runde war hochkarätig und der Zeitdruck enorm. Ein Ergebnis in Sachen Umbau des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum musste unter solchen Vorzeichen ganz einfach her.

Also kamen LH Günther Platter, Kulturlandesrätin Beate Palfrader, Landesrat Hannes Tratter (alle ÖVP) von politischer Seite sowie der künftige Museumsdirektor Peter Assmann und Museumsvereinsobfrau Barbara Psenner von fachlicher Seite wie folgt überein: Sanierung und Adaptierung des historischen Gebäudes stehen außer Frage. Rechtzeitig zu seinem 200. Geburtstag im Jahr 2023 soll das Ferdinandeum attraktiviert, in ein Haus der Kunst verwandelt werden.

Die politischen Vorgaben sind ehrgeizig. Ausfinanziert ist allerdings davon noch nichts. Landesrätin Palfrader hatte die Kosten zuletzt mit „mindestens 20 Millionen Euro“ beziffert. Doch inzwischen ist von mindestens 30 Millionen Euro die Rede. Offiziell bestätigen will das keiner der Beteiligten. Kein Wunder, denn einen solchen Betrag muss auch das – finanziell an sich solide dastehende – Land Tirol erst einmal stemmen.

Die Federführung wurde beim internen Museumsgipfel Ende letzter Woche an Landesrat Tratter übertragen (für Hochbau zuständig). Ob er darüber glücklich ist, darf angesichts der erwarteten Kosten und des Termindrucks bezweifelt werden. Telefonisch war Tratter gestern nicht erreichbar, weil auf Regierungsklausur in Meran.

Über sein Büro ließ Tratter mitteilen, dass er die Abteilung Hochbau mit einer „ersten Kostenschätzung beauftragt“ habe. Weiters seien „intensive Vorbesprechungen, Planungsüberlegungen und Kostenschätzungen von Teilbereichen“ im Gange. Zum weiteren Zeitplan äußerte sich Tratter nicht.

Mit der Fertigstellung der Arbeiten zum Jubeljahr 2023 könnte es nun eng werden. Der Architektenwettbewerb sollte noch heuer starten. Auch das ist nicht fix.