Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 26.09.2019


Kulturpolitik

Der letzte Ritter sorgt für Unmut

Hätte der Auftrag der Kaiser-Max-Statue öffentlich ausgeschrieben werden müssen?

Der Tiroler Künstler Rudi Wach wurde mit der Gestaltung einer Maximilian- Bronzefigur beauftragt, nach einer Vorlage von 1604.

© Manfred CorrineDer Tiroler Künstler Rudi Wach wurde mit der Gestaltung einer Maximilian- Bronzefigur beauftragt, nach einer Vorlage von 1604.



Von Gerlinde Tamerl

Innsbruck – Eine überlebensgroße, 50.000 Euro teure Bronzestatue, die Kaiser Maximilian I. darstellt, sorgt für Aufregung. Der Tiroler Bildhauer Rudi Wach wurde von der Republik Österreich anlässlich des 500. Todestages von Kaiser Maximilian I. mit der Herstellung dieser Figur beauftragt (die TT berichtete in der Montagsausgabe).

Eine Tiroler Kunstgießerei meldet sich nun zu Wort, denn sie ist der Meinung, dass ein Auftrag dieser Größenordnung öffentlich auszuschreiben gewesen wäre. Außerdem hätte eine Tiroler Kunstgießerei diesen Auftrag genauso gut bewältigen können.

Die TT hat den stellvertretenden Burghauptmann Markus Wimmer mit diesen Fragen konfrontiert. Dieser versichert, dass bei der Vergabe des Auftrags alles ordnungsgemäß vonstattengegangen sei. Wimmer sagt gegenüber der TT: „Die Burghauptmannschaft Österreich beauftragte die Anfertigung der Bronzestatue von Kaiser Maximilian I. für die Hofburg Innsbruck nach den Bestimmungen des Bundesvergabegesetzes.“ Wimmer legt auch die Aufschlüsselung der Kosten offen und erklärt, dass zwei Gewerke mit der Herstellung beauftragt wurden. 38.000 Euro kostete der Guss der Figur, 12.000 Euro das Holzmodell. „Da das Auftragsvolumen deutlich unter den rechtlich festgelegten Schwellenwerten lag, erfolgte die Beauftragung im Rahmen einer Direktvergabe“, sagt Wimmer und ergänzt, dass Direktvergaben bis zu einem Betrag von 100.000 Euro zulässig seien. Rudi Wach habe schließlich „die involvierten Betriebe anhand branchenüblicher Entscheidungskriterien auswählt“, so Wimmer.

Die Statue schlummert derzeit noch in einem Depot, bis sie am 22. November bei der Eröffnung der Dauerausstellung in der Innsbrucker Hofburg präsentiert wird.