Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.09.2019


Tirol

Palfrader stimmt Loblied auf Reitmeier an

Der Chef des Landestheaters schließt einen Wechsel nicht aus, doch die Politik will ihn nicht ziehen lassen.

Schon ein paar Jährchen her. 2011 präsentierte Landesrätin Beate Palfrader Johannes Reitmeier als neuen Landestheaterchef.

© TT / Thomas BoehmSchon ein paar Jährchen her. 2011 präsentierte Landesrätin Beate Palfrader Johannes Reitmeier als neuen Landestheaterchef.



Innsbruck – Geht er oder bleibt er? Spekulationen über diese Frage hat Johannes Reitmeier, der Intendant des Tiroler Landestheaters, selbst befeuert. Im TT-Interview (Donnerstagausgabe) dachte der 56-jährige Bayer laut über seine Zukunft nach. Und er lehnte sich weit aus dem Fenster. „Zehn Jahre sind als Intendant eines Theaters ein idealer Zeitraum“, befand Reitmeier. Sein Vertrag endet nach der Saison 2021/22 – exakt zehn Jahre nach dem Amtsantritt. Einmal in Schwung gekommen, legte Reitmeier noch einige Schäuferl in eigener Sache nach: Er würde gerne selbst wieder mehr für das Theater schreiben und sein Wissen in Form einer Hochschullehrtätigkeit weitergeben. „Für mich könnte es noch eine Herausforderung anderer Art geben“, so Reitmeier kryptisch.

Die politisch Zuständigen in Land Tirol und Stadt Innsbruck wollen den Deutschen aber keineswegs ziehen lassen. Landesrätin Beate Palfrader (ÖVP) bemüht zur Untermauerung ihres Standpunktes gar ein geflügeltes Wort aus dem Sport: „Never change a winning team.“ Die Landesrätin will den Vertrag des Intendanten für weitere fünf Jahre (2022 bis 2027) verlängern. Reitmeiers rechte Hand Markus Lutz soll als kaufmännischer Direktor ebenfalls gehalten werden. „Dieses Duo arbeitet hervorragend, ich sehe keinen Grund für eine Veränderung“, betont Palfrader. Sie sei sich in dieser Frage mit dem Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi (Grüne) vollkommen einig.

Palfrader hat es plötzlich eilig bekommen. Noch heuer will sie die Weiterverpflichtung der aktuellen Theaterleitung in trockene Tücher bringen: „Mir ist schon klar, dass die erfolgreiche Arbeit der beiden auch in anderen Häusern Begehrlichkeiten weckt.“

Reitmeier und Lutz dürfen sich geehrt fühlen: So klare Aussagen erhält man von der Politik nicht sehr oft. (mark)

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