Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.10.2019


Großprojekt

Haus der Musik in Innsbruck kostet 61,5 Millionen Euro

Das neue Veranstaltungszentrum war im ersten Jahr zu 87 Prozent ausgelastet.

Ein Stück vom Erfolgskuchen: Wolfgang Laubichler, Landesrätin Beate Palfrader und Markus Lutz (v. l.) lassen das Haus der Musik hochleben.

© LarlEin Stück vom Erfolgskuchen: Wolfgang Laubichler, Landesrätin Beate Palfrader und Markus Lutz (v. l.) lassen das Haus der Musik hochleben.



Innsbruck – Am 6. Oktober 2018 ist das Haus der Musik (HdM) in Innsbruck eröffnet worden. Im Vorfeld gingen damals (politisch) die Wogen hoch, weil sich die Baukosten auf stattliche 62,7 Millionen Euro summiert hatten. Ein Jahr später ist das Großprojekt gegenüber der Hofburg immer noch nicht endabgerechnet, aber fast: Ende Oktober soll es so weit sein.

Franz Danler, Chef der Errichtergesellschaft IIG, liefert vorab sogar eine Mini-Erfolgsmeldung. „Die Gesamtkosten werden mit 61,5 Millionen Euro etwas niedriger ausfallen als angenommen“, berichtet Danler der TT.

Stadt und Land hatten nach den Worten Danlers für das HdM eine Finanzierungsvereinbarung über 55,6 Millionen Euro geschlossen. Erhöhte Baukosten und „gewisse Extras, die nicht einberechnet waren“ (Danler), führen jetzt unter dem Strich zu besagten 61,5 Millionen – fast sechs Millionen mehr als vereinbart. Wer soll das bezahlen? Bürgermeister Georg Willi geht davon aus, dass Stadt und Land die Mehrkosten je zur Hälfte übernehmen und zusätzlich je drei Millionen Euro lockermachen.

Auch abseits der budgetären Frage war gestern viel von Zahlen die Rede. Die Verantwortlichen für den Betrieb des Musikhauses erzählten vor der Presse eine Erfolgsstory des HdM zu dessen erstem Geburtstag. Sogar ein Torte wurde aufgetischt.

Nach den Worten des kaufmännischen Direktors Markus Lutz lag die Auslastung der beiden neuen Konzertsäle bei 87 Prozent. Die kühnsten Erwartungen seien übertroffen worden. 231 Veranstaltungen fanden im großen und im kleinen Saal statt. Gerechnet wurde im ersten Jahr mit lediglich 90. Das Jahresbudget von 1,5 Millionen bestreitet das HdM zu 60 Prozent aus Eigeneinnahmen.

Wolfgang Laubichler, für das künstlerische Programm des HdM zuständig, erinnerte sich an eine Vielzahl von Highlights. Ob „Heart of Noise“ oder Tango, ob moderne Musik (Windkraft) oder alte (Festwochen): Das Haus habe sich bewährt, die Akustik werde gepriesen. „Sie verzeiht aber auch keinen Fehler bis in die hintersten Reihen“, warf Lutz an dieser Stelle ein. Er hat als Mitglied der Stadtmusikkapelle Wilten schon persönlich im HdM musiziert.

Für die neue Saison hat Laubichler mehrere Veranstaltungsreihen angesetzt (Details unter www.haus-der-musik-innsbruck.at). Zu erleben sind u. a. Liederabende, Film und Musik sowie Solo- und Akademiekonzerte, gestaltet und geleitet von namhaften Musikkünstlern wie Timna Brauer, Oswald Sallaberger, Benjamin Schmid oder Johannes Kalitzke.

Auch die Nachbarschaft zum Konservatorium, das neben acht weiteren Institutionen im HdM untergebracht ist, trägt Früchte. So präsentiert die Jazz-Abteilung des Konservatoriums einmal im Monat ein „After Work Jazz Concert“. Für 15 Euro Eintritt gibt es Musik und ein Getränk. Das erste Jazz-Konzert steigt am 30. Oktober. Beginn ist um 18.30 Uhr. (mark)


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