Letztes Update am Fr, 06.12.2013 12:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kulturpolitik

Tirol will Rolle der Volkskultur im Nationalsozialismus beleuchten

Das Land Tirol richtet im Rahmen der Kulturförderung einen Förderschwerpunkt „Erinnerungskultur“ ein. „Wir wollen damit Projekte zur Erforschung und zur Vermittlung der Geschichte der Tiroler Volkskultur und ihrer Rolle im Nationalsozialismus fördern“, erklärt Kulturlandesrätin Beate Palfrader.



Innsbruck – Das Land Tirol will das Verhältnis von Volkskultur und Nationalsozialismus näher beleuchten. Im Rahmen der Kulturförderung wurde daher ein Schwerpunkt „Erinnerungskultur“ ins Leben gerufen, hieß es in einer Aussendung am Mittwoch. Ab 2014 stehen für fünf Jahre jährlich 100.000 Euro zu Verfügung.

„Wir wollen damit Projekte zur Erforschung und zur Vermittlung der Geschichte der Tiroler Volkskultur und ihrer Rolle im Nationalsozialismus fördern“, erklärte Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP). Vor allem sollen Forschungslücken in diesem Bereich geschlossen werden.

Vor dem Hintergrund der Debatte über die Rolle von Tiroler Komponisten im Nationalsozialismus hatte die Landesregierung im Herbst 2012 ein Gutachten zum Stand der wissenschaftlichen Forschung über die Entwicklung der Tiroler Volkskultur in der NS-Zeit in Auftrag gegeben. Dieses ist zu dem Schluss gekommen, dass zu den historischen Zusammenhängen des 20. Jahrhunderts auch für Tirol schon umfangreiche wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen. Im Detail gebe es aber Forschungslücken. Zudem sollte die Aufarbeitung der Erkenntnisse in der kulturellen Praxis der Vereine und Verbände vermehrt unterstützt werden.

Mit dem Förderschwerpunkt „Erinnerungskultur“ sollen nun wissenschaftliche Projekte insbesondere der Universität Innsbruck und aus der Region des historischen Tirol angeregt werden. Die geförderten Projekte sollen nachhaltig wirken, betonte Palfrader: „Deshalb legen wir besonderen Wert auf die Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses und auf Vorhaben, die das Wissen um die eigene Geschichte in die Praxis von volkskulturellen Verbänden und Vereinen vermitteln“. Ein eigener wissenschaftlicher Beirat werde die Förderansuchen prüfen und die Landesregierung beraten, hieß es. (APA)




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