Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.08.2017


Architektur

Das „bilding“ macht Schule

Nach der Kunst- und Architekturschule im Rapoldipark bauen Architekturstudenten unter der Leitung des ./studio3 nun auch ein neues Kinderbetreuungsgebäude für die Universität Innsbruck.

© Universität InnsbruckMitte Juli fand die Firstfeier der neuen „Spielräume“ hinter dem Uni-Gebäude am Innrain statt.Foto: Universität Innsbruck



Von Ivona Jelcic

Innsbruck – Kaum Budget. Ein von der Stadt Innsbruck temporär zur Verfügung gestellter Bauplatz. Ein Studentenkollektiv als Architekten. Und die Idee von einem vielfältig nutzbaren Werkstattgebäude für Kinder und Jugendliche: Die Bedingungen, unter denen vor gut zwei Jahren die Kunst- und Architekturschule „bilding“ im Innsbrucker Rapoldipark entstanden ist, waren ziemlich ungewöhnlich, das Ergebnis ist ein bereits mehrfach ausgezeichnetes Bauprojekt: Nach einem Landespreis für „Neues Bauen in Tirol“ gab es im vergangenen Herbst auch einen ZV-Bauherrenpreis für die „dynamische Raumlandschaft“ des von Studierenden des ./studio3 – Institut für experimentelle Architektur der Innsbrucker Architekturfakultät geplanten und gebauten „bilding“.

Das auch als Vorbild für jenes Gebäude dient, das derzeit am Campus Innrain, hinter dem Hauptgebäude der Universität Innsbruck, entsteht: Es ist der neue Standort der „Spielräume“, Kinderbüro und Einrichtung für die Betreuung von Kindern der Mitarbeiter und Studierenden der Uni Innsbruck. Abermals ist hier das ./studio3 am Werk: Auch die neuen, 200 Quadratmeter großen Spielräume entstehen im Rahmen der Bachelorarbeit von 21 Studierenden, werden von ihnen entworfen, geplant und gebaut. Betreut wird das Projekt wie schon beim „bilding“ von Verena Rauch und Walter Prenner, Lehrende am ./studio3. „Dank dem ,bilding‘ ist die Uni auf uns zugekommen. So soll es auch sein – dass ein Auftrag der Uni an die Studenten der eigenen Architekturfakultät ergeht“, freut sich Rauch über die Möglichkeit, hier „realitätsbezogene Projektarbeit“ in die Ausbildung der Studierenden zu integrieren.

Auch bei den Spielräumen kommen Materialien wie Brettsperrholz und Schichtplatten zum Einsatz, hohe Glasfronten sollen den Baukörper mit der Umgebung verbinden. Mitte Juli fand die Firstfeier statt, bezogen werden sollen die neuen Spielräume schon im September.