Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 26.10.2017


Bezirk Landeck

Nach Restaurierung in Ögg: Einzigartige Höfe blühen auf

Die Restaurierung der Ögghöfe im Kaunertal ist abgeschlossen. LR Tratter und Denkmalchef Hauser werten das Pilotprojekt als tirolweit vorbildlich.

© WenzelDas Restaurierungsprojekt ist abgeschlossen: Die malerischen Ögghöfe – mehr als 600 Jahre alt – gelten als baukulturell und historisch wertvolles Ensemble.



Kaunertal – Das malerische Höfe-Ensemble oberhalb von Feichten ist mindestens 600 Jahre alt. Es versprüht einzigartige Reize und weckt Neugierde – vor allem bei Urlaubern, aber auch bei den Einheimischen.

„Eigentlich sollten die Ögghöfe ins Gemeindewappen aufgenommen werden“, bemerkte Bürgermeister Pepi Raich am Mittwoch im frisch renovierten Stüberl. Anlass des Treffens: Raumordnungslandesrat Johannes Tratter, Landeskonservator Walter Hauser sowie Nikolaus Juen, Chef der Abteilung Dorferneuerung, und Karl Wiesauer vom Tiroler Kunstkatas­ter zogen Bilanz zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten.

Einer der Höfe-Besitzer, Georg Praxmarer, bestätigte: „Heuer sind so viele interessierte Leute wie noch nie gekommen. Oft habe ich meine Arbeit liegen gelassen, um mich mit den Besuchern zu unterhalten.“ Als Obmann des Vereins „Kulturdenkmal Ögghöfe“ hat er viel Energie in eine „möglichst naturnahe Restaurierung“ gesteckt – in enger Zusammenarbeit mit den Förderern Denkmalamt, Land und Regionalmanagement regioL sowie mit der Gemeinde Kaunertal, welche Infrastrukturleistungen zur Verfügung stellte. „Gemeinsames Ziel war es, das wertvolle kulturelle Erbe neu zu beleben“, hob Praxmarer hervor. „Heute sind wir stolz und dankbar, dass das Projekt hervorragend gelungen ist.“

Denkmalchef Hauser sprach von authentischen Höfen, „die sich wie ein Kloster in der Kulturlandschaft darstellen“. „Wichtig war, dass Personen und Institutionen an einem Strang gezogen haben.“ Einen Ort wie die Ögghöfe zu verlieren, würde das Wohlbefinden der Region empfindlich stören.

LR Tratter machte aus seiner Begeisterung kein Geheimnis: „Das Beispiel Ögghöfe sollte in ganz Tirol ausgerollt werden.“ Die Landesinitiative zur Förderung von Ensembleschutz, Baukultur und Kulturlandschaft trage Früchte, so Tratter. (hwe)

Kopf einziehen heißt es beim Rundgang – Architekt Harald Kröpfl, Hausherr Georg Praxmarer, „Dorf-Erneuerer“ Nikolaus Juen (v. l.).
- Wenzel