Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 19.06.2018


Bezirk Imst

Stamser bauen Wohnzimmer für das Dorf

Das Siegerprojekt für die Neugestaltung des Stamser Kirchplatzes wurde vorgestellt. Teile werden dabei überdacht.

© l o r . a r c h i t e k t u rDer Stamser Kirchplatz nach einer Visualisierung der Architekten. Die Fläch­e wird L-förmig überdacht.Visualisierung: lor.architektur



Von Agnes Dorn

Stams – Bei der Neugestaltung des Kirchplatzes stießen die beiden Architekten Stephan Lanzinger und Wolfgang Oberstaller auf zwei Probleme: „Einerseits war da das Übergewicht der wunderschönen Stiftsanlage, andererseits hat der bestehende Kirchplatz sehr wenig Halt von seiner Umgebung. Ein kleinerer Park wäre nie konkurrenzfähig gegen den Stiftsgarten“, ließen sie ihre Anfangsschwierigkeiten Revue passieren.

In der Folge beschlossen sie, ein „Wohnzimmer für das Dorf“ zu schaffen, das vielerlei Nutzungsmöglichkeiten bieten sollte. „Wohnzimmer deshalb, weil ein Wohnzimmer einen festen Maßstab hat“, erläutert Oberstaller die Hinwendung zu einem fest umrahmten, verkehrsfreien Platz.

Als Lösung fanden die beiden von einer mehrköpfigen Jury ausgewählten Sieger ein durchlässiges Flugdach ideal, das bei Veranstaltungen zu jeder Jahreszeit einen geschützten Platz für Ausschank, Bühne etc. beinhaltet. Ganz im Osten des Platzes soll das Dach an einer Bushaltestelle den Schülern und ankommenden Einheimischen, Wanderern und sonstigen Besuchern einen willkommenen Schutz vor dem Wetter bieten. Ein Infopoint wäre außerdem hilfreich, um den Besuchern erste Einblicke in das Angebot des Dorfes zu geben, so eine weitere Idee. Eine fixe WC-Anlage, ein Trinkwasserbrunnen, eine E-Bike-Stelle, unter Umständen ein geschlossener verglaster Raum (nutzbar auch im Winter für den Eislaufplat­z) sowie eine Bühne sollen dem Platz zusätzliche Aufenthaltsqualität bringen. Die vorhandenen Parkplätze werden weiterhin entlang der Friedhofs­mauer verbleiben und bei Bedarf wird auch auf der asphaltierten Fläche selbst geparkt werden können.

„Der Platz muss so viel Kraft haben und so attraktiv sein, dass er in Konkurrenz zum Stiftspark bestehen kann“, sieht Oberstaller den multifunktionalen Platz gefordert. Eine Schwierigkeit muss indes vor der Umgestaltung noch angegangen werden, nämlich den Zugang zum Friedhof wenn nicht barrierefrei, so zumindest fußgängerfreundlicher zu gestalten. Da gebe es indes mehrere Lösungsansätze, wie die Architekten betonen, und für einen müsse man sich eben entscheiden.