Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.07.2019


Exklusiv

Der neue Innsbrucker Sparkassenplatz: Ohne Prunk mit viel Grün

Der Platz im Herzen der Stadt wird im Frühjahr 2020 saniert und neu gestaltet. Das Siegerprojekt überzeugte durch seine „Zurückhaltung“.

Der Innsbrucker Sparkassenplatz soll im kommenden Jahr neu gestaltet werden.

© Thomas Boehm / TTDer Innsbrucker Sparkassenplatz soll im kommenden Jahr neu gestaltet werden.



Von Denise Daum

Innsbruck – Tausende Menschen gehen Tag für Tag über den Sparkassenplatz Innsbruck. Viele verweilen dort in den Cafés und Gastgärten. Der Platz bedarf allerdings einer technischen Erneuerung, auch die darunter liegende Tiefgarage muss saniert werden. Die Tiroler Sparkasse, nicht nur Namensgeberin, sondern auch Eigentümerin des Platzes, entschied sich aus gegebenem Anlass für eine völlige Neugestaltung. „Es ist der Platz der Innsbruckerinnen und Innsbrucker. Für uns ist besonders wichtig, einen schönen Lebensraum zu schaffen und ein nachhaltiges Projekt zu verwirklichen“, erklärt Hans Unterdorfer, Vorstand der Tiroler Sparkasse.

Am Mittwochabend wurde das Siegerprojekt des geladenen Wettbewerbs präsentiert. Die Jury aus Stadt Innsbruck, Sparkasse und Architekten unter dem Vorsitzenden Günther Vogt entschied sich unter den 15 Einreichungen einstimmig für das Konzept von Michael Steinlechner. Das Siegerprojekt sei „sehr solide, gefühlvoll und sensibel. Der neue Platz wird ohne Prunk und Protz und trotzdem nicht fad gestaltet“, betont Unterdorfer.

Überzeugt habe die Jury die „Zurückhaltung in der Ausgestaltung“, erklärte Werner Kleon, Architekt und Gastronom am Sparkassenplatz, bei der Projektpräsentation.

Das Konzept sieht den neuen Sparkassenplatz als „präzises innerstädtisches Bindeglied zwischen Maria-Theresien-Straße und Gilmstraße bis hin zur Wirtschaftskammer“, heißt es im Entwurf.

Markant ist die vertikale Begrünung über 300 Quadratmeter Wandfläche, die sich in der dunklen Verglasung über dem Haupteingang spiegelt, wodurch das Grün auf den gesamten Platz ausstrahlen soll. Die Beleuchtung erfolgt über ungleichmäßig verteilte, rund acht Meter hohe und schlicht gehaltene Mastleuchten, in die Stromversorgung, Wasser und Abwasser integriert sind. Zudem sollen die Stelen mit einer Sprühnebelfunktion ausgestattet werden. Bei Bedarf können sie mit Sitzgelegenheiten versehen werden. Damit wird der von der Sparkasse gewünschte konsumfreie Aufenthaltsbereich garantiert. Daneben sollen die Gastgärten in ihrer individuellen Gestaltung erhalten bleiben. Der Architekt sieht auch keine einheitliche Beschattung für den Platz vor. Ebenfalls unverändert bestehen bleiben die Stände des wöchentlich stattfindenden Bauernmarkts.

Bei Bürgermeister Georg Willi stößt das Siegerprojekt auf große Begeisterung. Die Neugestaltung sei ein Geschenk an die Bevölkerung und werte den Platz auf.

Über die Projektkosten hält sich die Tiroler Sparkasse bedeckt. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2020 beginnen.