Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.01.2015


Architektur

Ein Weiterdenker des Gestern

Er wird noch lange in seinen Bauten weiterleben: der Innsbrucker Architekt Ekkehard Hörmann.

© SchlockerGeglückter Dialog aus Alt und Neu: die 1971 von Ekkehard Hörmann aufgestockte Innsbrucker Handelsakademie.



Innsbruck – In den vergangenen Jahren ist es um den Innsbrucker Architekten Ekkehard Hörmann sehr still geworden. Kein Grund, des bereits im vergangenen Oktober im Alter von 82 Jahren Verstorbenen nicht zu gedenken. An jene hauptsächlich in den 70er-Jahren entstandenen Architekturen zu erinnern, die neue Wege des Bauens beschreiten. Wobei Hörmann nie ein Perserker wie etwa sein bauender Zeitgenosse Josef Lackner, sondern ein behutsamer, den Dialog mit der Vergangenheit suchender Baukünstler war.

Bestes Beispiel dafür ist seine 1971 erfolgte, ebenso sensible wie formal konsequente Erweiterung der Innsbrucker Handelsakademie. Indem Hörmann nicht das Dachgeschoß des 1904/05 im Stil der so genannten „Tiroler Gotik“ raumökonomisch kontraproduktiv sich giebelig verzettelnden Gebäudes einfach abgeräumt, sondern das Dazwischen mit seiner sehr heutigen Architektur gefüllt hat. Die streng und klar gerastert ist, sich auch in der Wahl der Materialien und Farbigkeit klar vom Bestand absetzt.

Um auf diese Weise einen geglückten Dialog zwischen Alt und Neu anzuzetteln, was Hörmann lebenslang ein großes Anliegen geblieben ist. Wie seine Friedhofskapelle in Telfes (1974–77) oder die Verlängerung des barocken Kirchleins Mariae Heimsuchung in Mösern von 1979 zeigen. In den vergangenen Jahren investierte Ekkehard Hörmann seine ganze Energie in die Rekonstruktion bzw. den Wiederaufbau der Ruine Berneck in Kauns. Um die 1225 erstmals erwähnte Burg mit viel Gespür heute wieder in ihrer ursprünglichen Struktur erlebbar zu machen. (schlo)