Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.03.2016


Osttirol

Kreuzweg von Lois Fasching wurde Passion für Dichterin

Lois Faschings Kunstwerk inspirierte eine Mundartdichterin zu Texten, die auch vertont wurden. Die Passion ist am 17. März zu hören.

Lois Fasching schuf die Kreuzwegstationen aus Holz, das er mit der Kettensäge gestaltete.

© FaschingLois Fasching schuf die Kreuzwegstationen aus Holz, das er mit der Kettensäge gestaltete.



Von Catharina Oblasser

Nußdorf-Debant, Dölsach – Sie sind in der Pfarrkirche Debant zu sehen, die 14 Kreuzwegstationen, die der Dölsacher Künstler Lois Fasching mit einer Kettensäge aus Holzblöcken geformt hat. Der kunstvolle Kreuzweg ist jedoch nicht nur ein visuelles Erlebnis. Die Pinzgauer Mundartdichterin Barbara Rettenbacher war nach einer Wallfahrt zur Pfarrkirche Debant so fasziniert, dass sie ihre Gefühle in Worte fassen wollte. „Jede Station hat mich tief getroffen. Es lenkt nichts ab vom Gedanken, der darin ausgedrückt werden soll.“ Faschings Werk habe sie mit einer unglaublichen Intensität getroffen. „Ich spürte darin nicht nur das Leiden Christi, sondern das Leiden der ganzen Welt“, erzählt Rettenbacher. Sie empfindet es als Fügung, dass sie diesen Kreuzweg zu Gesicht bekam.

Mittlerweile hat der Musiker Theodor Burkali Rettenbachers Mundarttexte für Harfe und Gesang vertont, es entstand die Debanter Passion. Sie wurde 2010 uraufgeführt, eine weitere Aufführung gibt es am 17. März.

Für Lois Fasching ist es nichts Ungewöhnliches, dass sein Werk derart starke Emotionen auslöst. Sogar Tränen würden des Öfteren fließen. „Es kommen häufig Bustouristen, die die Debanter Kirche besuchen und meinen Kreuzweg anschauen“, schildert Fasching. „Das Werk berührt auch oft Menschen, die gar nicht katholisch sind, oft nicht einmal religiös.“

Von der Debanter Passion mit Musik und Gesang ist er begeistert. „Sie entspricht zu 100 Prozent dem Thema. Es ist für mich etwas Besonderes, dass mein Kreuzweg über ein anderes Medium, die Musik, transportiert wird.“ Dabei erwähnt Fasching auch den mittlerweile verstorbenen Pfarrer Toni Mitterdorfer: „Er war der Motor des Projekts, sein Geist ist darin präsent.“