Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 16.02.2017


Bühne

Vorhang auf für neuen Obmann

Heimlich, still und leise gab es beim Kulturverein Stummer Schrei Wahlen. Der Paukenschlag: Ludwig Glaser ist als Obmann zurückgetreten. Sein Nachfolger stand bereits fest.

„Ab und zu wurde ein Beleg nicht richtig abgelegt. Aber so sind Künstler eben.“ Hannes Kerschdorfer
(Obmann Stummer Schrei)


© Fankhauser„Ab und zu wurde ein Beleg nicht richtig abgelegt. Aber so sind Künstler eben.“ Hannes Kerschdorfer
(Obmann Stummer Schrei)




Von Eva-Maria Fankhauser

Stumm – Hinter den Kulissen des Kulturvereins Stummer Schrei hat sich einiges getan. Schon länger gab es Gerüchte über einen Führungswechsel. Vor Kurzem war es dann so weit: Nach rund drei Jahren legte Ludwig Glaser sein Ehrenamt bei einer Vollversammlung des Vereins zurück und schlug gleichzeitig einen Nachfolger vor.

„Es gab noch einen zweiten Wahlvorschlag, aber der fiel ebenfalls auf mich“, sagt Hannes Kerschdorfer auf Anfrage der TT. Er freut sich auf die neue Aufgabe. Doch einen Obmann zu finden sei kein leichtes Unterfangen gewesen, erklärt der künstlerische Leiter Christoph Crepaz. Glaser habe bereits im November bekannt gegeben, dass er zu viele Funktionen innehabe und die Obmannschaft abgeben wolle. „Wir sind froh, dass sich Hannes dazu bereit erklärt hat. Es ist nicht einfach, jemanden zu finden, der Obmann sein will. Diese Position ist mit viel Verantwortung verbunden“, sagt Crepaz. Die Suche habe daher länger gedauert als gedacht. Dafür wurde die Wahl umso schneller vollzogen. Der Stummer Unternehmer freut sich auf seine neue Aufgabe als Obmann. Seine Stellvertreterin ist weiterhin Anna Tipotsch. Auch der künstlerische Leiter Christoph Crepaz wurde bestätigt. Kassier ist nun Josef Brindlinger Junior. „Man muss schon sagen, dass es ohne Ludwig als Obmann keinen Stummen Schrei mehr gegeben hätte. Daher bin ich froh, dass wir auch jetzt wieder jemanden gefunden haben, der sich als Obmann engagiert“, sagt Crepaz.

„Es ist einfach sehr viel Arbeit. Jetzt beginnen bereits die Vorbereitungen fürs nächste Jahr. Das geht sich zeitlich bei mir nicht mehr aus“, erklärt Glaser. Es sei ein Vollzeitjob und nach drei spannenden Jahren sei er nun quasi „ausgebrannt“ und wolle daher das Feld räumen.

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- Fankhauser

Die letzten Stücke des Stummen Schreis waren ein voller Erfolg. Der Verein hat sich dadurch ein kleines finanzielles Polster gesichert, verrät Kersch­dorfer. Aber „so etwas ist nichts zum Geldverdienen“. Es wurde jedoch gemunkelt, dass finanziell nicht alles ganz rundgelaufen sei. „Ab und zu wurde ein Beleg nicht richtig abgelegt, aber so sind Künstler eben“, sagt Kersch­dorfer. Es habe eine Lücke gegeben, in der es keinen Kassier gab. „Aber es ist alles korrekt abgelaufen, das waren ja auch keine Summen. Es war nur nicht jeder Beleg dort, wo er hingehört“, sagt der neue Obmann. Rücktrittsgrund sei dies keiner gewesen. Das bestätigt auch Crepaz: „Es konnte alles aufgeklärt werden. Es wurde eben ein bisserl nachlässig mit der Buchführung umgegangen.“

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- Fankhauser

Für Kerschdorfer muss alles seine Ordnung haben. Daher gibt es am 24. Februar auch eine weitere Sitzung des Kulturvereins, wo alle Interessierten herzlich eingeladen sind. „Damit wir eine komplette Liste erstellen können mit allen Mitgliedern.“ Zudem plant Kerschdorfer einen kleinen Mitgliedsbeitrag einzuheben. Er möchte aber auch die vielen freiwilligen Helfer und Laiendarsteller für ihre Arbeit belohnen. Ein Ausflug sei angedacht.

Obwohl heuer eigentlich eine Spielpause eingelegt wurde, ist die Nachfrage fürs Stück „Märzengrund“ von Felix Mitterer groß. Fünf neue Spieltermine sind fix: 20., 22. und 30. Juni sowie 1. und 7. Juli. „Viele Leute haben im Vorjahr keine Karten mehr bekommen, wollen das Stück aber sehen, weil sie die Leute und Geschichte kennen“, sagt Kerschdorfer. Laut Crepaz seien weitere fünf Spieltermine bereits in Planung.

Bis zu zehn Spieltermine sind heuer für das Stück „Märzengrund“ des Stummer Schreis geplant.
Bis zu zehn Spieltermine sind heuer für das Stück „Märzengrund“ des Stummer Schreis geplant.
- Fankhauser