Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 27.02.2018


Bezirk Imst

Von den Nadelstichen der Liebe

Die herausragenden Leistungen der Schauspieler im neuen Stück „Die Nadel der Kleopatra“ wurden mit Standing Ovations gewürdigt.

Mit dem Melodram „Die Nadel der Kleopatra“ sorgt das Theaterforum Humiste für berührende Momente auf der Bühne Imst Mitte.

© HauserMit dem Melodram „Die Nadel der Kleopatra“ sorgt das Theaterforum Humiste für berührende Momente auf der Bühne Imst Mitte.



Von Markus Hauser

Imst – Einst ein Paar, befindet sich einer in London, der andere in New York, und zueinanderfinden ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Rede ist von den im 15. Jahrhundert v. Chr. geschaffenen zwei Obelisken, bekannt als die Nadeln der Kleopatra. Symbolisch für die Komplexität von Liebesbeziehungen stehend, bringen sie die Autoren Philipp Moog und Frank Röth in ihrem Theaterstück „Die Nadel der Kleopatra“ ins Spiel.

Zu sehen ist das Melodram aktuell auf der Bühne Imst Mitte, realisiert vom Theaterforum Humiste unter der Regie von Christian Reiter. Sophie, verkörpert von Nora Winkler, Schauspielerin ohne Job, verplempert ihre Zeit mit dem an Arbeit definitiv nicht interessierten Marc, dargestellt von Maximilian Heiss. Der wiederum scheint geradezu abhängig von dem mit jeder Menge krimineller Energie ausgestatteten Jeff (Mathia­s Wilhelm). Da eröffnet sich für Sophie ein Job als Vorleserin für die blinde Witwe Charlotte in der Person von Roswitha Matt. Vorzulesen gilt es das Tagebuch ihrer einzig wahren Liebe, einer Liebe, die sich nicht erfüllen sollte. Zudem hängt auch noch ein wertvolles Bild an der Wand ihres Wohnzimmers, das so manches finanzielle Problem lösen könnte.

Roswitha Matt überzeugt als geheimnisvolle Witwe Charlotte.
Roswitha Matt überzeugt als geheimnisvolle Witwe Charlotte.
- Hauser

Roswitha Matt, zurückgenommen in den Gesten, überzeugt als Blinde mit Tief- und Weitblick in Fragen zwischenmenschlicher Beziehung und sie sieht mit dem Herzen, was mit den Augen nicht fassbar ist. Nora Winkler als junge Schauspielerin, großartig in der Ernüchterung, dem Erkennen um das Wesen der Liebe und dem energischen Willen nach Veränderung. Keine Perspektive ist auch eine Haltung, das verkörpert Maximilian Heiss ebenso glaubhaft wie das Sich-Bewusstwerden des Wertes seiner Beziehung zu Sophie. Mathias Wilhelm gibt den auf primitive Reflexe reduzierten Kriminellen ganz ohne Wenn und Aber. Das Bühnenbild, einmal versiffte Studentenbude, einmal biedermeierliches Wohnzimmer, exzellent von Walter Huber und Thomas Schönnach eingerichtet. Weitere Vorstellungen: Freitag, Samstag, Sonntag bis Ostern und Ostermontag. Kartenreservierung: www.humiste.at