Letztes Update am Sa, 21.04.2018 14:48

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


1939 - 2018

Schauspielerin und Sängerin ‚‚Guggi‘‘ Löwinger gestorben

Die der Wiener Schauspielerdynastie Löwinger entstammende Künstlerin Margarete Löwinger war seit Ende der 1950er Jahre Mitglied der Volksoper Wien.

© Volksoper/PÁLFFY"Guggi" Löwinger in "The Sound of Music", ihrer letzten Rolle an der Volksoper, am 2. April 2016.



Wien – Mit Guggi Löwinger sei „ein Teil der Geschichte der Volksoper gestorben“, betonte der Direktor des Hauses, Robert Meyer. Wie kaum eine Künstlerin habe sie die Volksoper geprägt, wo sie fast 60 Jahre lang gespielt hat. In der Nacht auf Samstag ist Margarethe „Guggi“ Löwinger 79-jährig in einem Wiener Spital gestorben. „Wir werden diese unvergessliche Künstlerin schrecklich vermissen“, so Meyer.

Guggi Löwinger, geboren am 5. April 1939 in Wien, entstammte der Wiener Schauspielerdynastie Löwinger und stand bereits als Sechsjährige erstmals auf der Bühne. Mit neun begann sie eine Tanzausbildung bei der Ballettmeisterin und Choreographin der Volksoper Dia Luca, trat mit 13 in die Schauspielschule Kraus ein und studierte ab 1956 Gesang bei Kammersängerin Esther Rethy.

Ihr erstes Engagement hatte sie 1956 im „Weißen Rössl“ im Stadttheater Baden, dem weitere Auftritte und Hauptrollen folgten. Bereits ein Jahr später wurde sie als „Gigi“ an das Theater Koblenz verpflichtet, wo sie gleichfalls in Operette und Schauspiel tätig war. 1959 wurde Löwinger von Fritz Eckhardt an die Volksoper engagiert, wo sie am 15. Mai als Lisa in „Gräfin Mariza“ ihr Debüt hatte. Über Jahrzehnte hielt sie der Volksoper die Treue, in den 1960er Jahren spielte sie zusätzlich auch kurz am Staatstheater am Gärtnerplatz in München.

Guggi Löwinger hat an der Volksoper in 18 Premieren mitgewirkt. Sie ist in über 2.000 Vorstellungen und in 34 verschiedenen Partien aufgetreten und war einer der Publikumslieblinge des Hauses. Zu ihren wichtigsten Partien zählt die Volksoper die Mi in „Das Land des Lächelns“, Ciboletta in „Eine Nacht in Venedig“, Midili in „Die Rose von Stambul“, Pepi „Wiener Blut“, Mabel in „Die Zirkusprinzessin“, Marika in „Frühjahrsparade“, Juliette „Der Graf von Luxemburg“, Franzi und Fifi in „Ein Walzertraum“, Stasi in „Die Csárdásfürstin“, Mizzi in „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“, Klärchen in „Im weißen Rössl“ und Mascha in „Der Zarewitsch“.

Aber auch Musicalpartien wie die Bianca in „Kiss me, Kate“, Eliza Doolittle in „My Fair Lady“, Jacqueline in „La cage aux folles“ und Jente in „Anatevka“ zählten zum Repertoire der Künstlerin. Zum letzten Mal stand sie am 26. Jänner 2018 als Frau Schmidt in „The Sound of Music“ auf der Bühne der Volksoper.

Löwinger, die mit dem 2013 verstorbenen Operettensänger Peter Minich verheiratet war, wirkte zudem bei zahlreichen österreichischen Sommer- und Festspielen mit und trat immer wieder im Fernsehen auf. 1981 erhielt sie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst und wurde 1987 zum Ehrenmitglied der Volksoper ernannt. (APA)