Letztes Update am Mi, 09.05.2018 07:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Haus der Musik: Ein Meilenstein des Anstoßes

Im August sollen die letzten Arbeiten am Innsbrucker Haus der Musik beendet werden. Ein Baustellenbesuch.

© Rudy De MoorAnfang August sollen die Arbeiten am Haus der Musik großteils abgeschlossen sein. Zwei Monate später wird es eröffnet.



Innsbruck – Dass „Österreichs größte Kulturbaustelle“ in den zurückliegenden Wahlkämpfen zum Thema wurde, überraschte kaum. Zumal die Baukosten für das Innsbrucker Haus der Musik – derzeitiger Stand: rund 63 Millionen Euro – das veranschlagte Budget (58 Mio. Euro) überstiegen. Dass jene, die das Haus künftig nützen sollen, alle Kritik am Kulturbau unbeantwortet ließen, überrascht auch nicht. Es dürfte im Sinne derer gewesen sein, die sich um ihre Wiederwahl bemühten.

Beinahe bezugsfertig: Die neuen Kammerspiele werden bis zu 200 Theatergängern Platz bieten.
- Thomas Boehm / TT

Jetzt sind alle Wahlen geschlagen – und der „Stein des Anstoßes“ darf aus dem Weg gerollt werden. „Gottlob“, wie Landestheater-Intendant Johannes Reitmeier anlässlich der Baustellenbesichtigung am Dienstag anmerkte. Das Haus sei ein „Meilenstein“, „ein generationen- und spartenübergreifendes Projekt“, erklärte Reitmeier, „ein Wahrzeichen“.

Finale Phase für das "Mammutprojekt" Haus der Musik.
- Thomas Boehm / TT

Eröffnung in fünf Monaten

Eröffnet soll das Haus – wie berichtet – am 6. und 7. Oktober werden. Die Bauarbeiten an den beiden Konzertsälen, die künftig 110 bzw. bis zu 550 Besuchern Platz bieten sollen, dürften im August beendet werden. Bereits Ende Mai werden die ersten Arbeits- und Büroräume des neunstöckigen Gebäudes bezogen. „Wir verstehen das Haus als offenes Projekt, jetzt gilt es, die Bevölkerung dafür zu gewinnen“, sagt Wolfgang Laubichler. Als Direktor des Hauses wird Laubichler große Teile des Konzert-Programms verantworten.

Noch wird gebohrt und gehämmert. Am 6. Oktober soll das Haus der Musik eröffnet werden.
- Thomas Boehm / TT

Dafür wird ihm ab der Spielzeit 2020/ 21 ein Budget von 120.000 Euro zur Verfügung stehen. In der ersten Saison muss er sich mit rund 90.000 Euro begnügen. Laut dem Kaufmännischen Direktor des Landestheaters, Markus Lutz, dürfte der Eigenfinanzierungsgrad des Hauses – im „eingeschwungenen Zustand“ – bei rund 45 Prozent liegen. Auch die Vermietung der Säle für externe Veranstaltungen soll die Finanzierung erleichtern.

Großzügige Spielwiesen

Während in den Büros, Konzert- und Studiersälen noch gebohrt und gehämmert wird, sind die neuen Kammerspiele bereits beinahe bezugsfertig. Erste Bauproben für Produktionen der nächsten Spielzeit – etwa Felix Mitterers „Vomperloch“ – sind schon in den kommenden Wochen angesetzt. Wie für den gesamten Bau gelte auch in den neuen Theaterräumen – neben den Kammerspielen wird auch das K2 ins vom Innsbrucker Architekten Erich Strolz entworfene Haus der Musik übersiedeln – das „Prinzip der Großzügigkeit“, erklärt Intendant Reitmeier.

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So stehen allein in den Kammerspielen nebst modernstem Bühnengewerke samt Drehscheibe künftig mehr als 130 Quadratmeter reiner Spielraum zur Verfügung. Reitmeier selbst wird hier im Herbst die Oper „The Fall of the House of Usher“ inszenieren – und dabei erstmals den neuen, für kleine und mittlere Besetzungen geeigneten Orchestergraben erproben.

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Neben Landestheater, dem Tiroler Symphonieorchester und den Festwochen der Alten Musik werden auch das Mozarteum, das Institut für Musikwissenschaft, das Landeskonservatorium, sowie der Tiroler Sängerbund, der Blasmusikverband und der Volksmusikverein in Tirols größte „Musik-WG“ einziehen. (jole)

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