Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.05.2018


Bezirk Landeck

Heimatbühne Tösens: Wenn eine Leiche singen muss

© HauserMartina Schranz (l.) und Sophie Forcher begeistern in der bunten Verwirrungskomödie.



Tösens – Die Komödie „Otell­o darf nicht platzen“ von Ken Ludwig zählt zu den meistgespielten Lustspielen. Allein in den Kammerspielen in der Josefstadt in Wien stand sie 19 Jahre auf dem Programm und trug nicht unwesentlich zum Erfolg eines Otto Schenk bei. Dass man sich auch im Tiroler Oberland bestens auf den Humor des amerikanischen Schriftstellers versteht, zeigt­e die Premiere am Freitagabend mit der Heimatbühne Tösens, welche das Werk mit Lokal­kolorit ausstattete.

Da soll der weltberühmte Tenor Tito Morelli am fiktiven Landestheater Innsbruck den Otello interpretieren. Überfressen, dem Wein zu sehr zugetan und ständig fraulichen Verführungskünsten ausgesetzt, denen er nur allzu gerne erliegt, gibt er aber die sprichwörtliche Leiche.

Doch in Verwirrungskomödien dieses Zuschnitts gibt es für jede Lösung ein Problem. Es wird gesungen im ausverkauften Landestheater. Aber von wem? Unter der Regie von Peter und Patric Peer geht es auf der Bühne (sittsam, jugendfrei) drunter und drüber und man bekommt, was man erhofft: Lust am Spiel, gute Gags, perfekt getimte Abläuf­e im Strudel der sich überschlagenden Ereignisse um Liebesverwirrung und Eifersucht. Gabriel Schranz spielt überzeugend den Opern­direktor Saunders mit den blank liegenden Nerven. Großartig Gerald Werth als Max (rechte Hand des Direktors), loyal, gutmütig mit verborgenen Talenten.

Sophie Forcher als Maggie zuzusehen, bis es zwischen ihr und Max „schnaggelt“, macht Spaß. Patric Peer als Tito Morelli überzeugt in seinen Allüren ebenso wie Jessica Mark als seine Frau Maria in ihrer Hysterie. Martina Schranz, Simone Schranz und Daniel Folie fügen sich prächtig in das Ensemble. Weitere Vorstellungen im Dorfzen­trum Tösens: 19., 24., 30. Mai, 2., 15. und 16. Juni. Karten unter www.theater-toesens.at oder 0660/120 60 47. (hau)




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