Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.06.2018


Bühne

Stadtgeschichte vor dem Kirchenportal schreiben

Die große Theaterproduktion „Silberberg“ soll vor der Stadtpfarrkirche in Schwaz uraufgeführt werden. Hermann Weratschnig ist Projektleiter.

© DählingDas Portal der Schwazer Stadtpfarrkirche (o.) dient als Hintergrund für die Theaterproduktion „Silberberg“.



Von Angela Dähling

Schwaz – Die Zeiten als Landtagsvizepräsident sind für den Schwazer Gemeinderat Hermann Weratschnig vorbei. „Zurück zu den Wurzeln“, heißt es für den Grünen-Politiker jetzt. Der einstige Mitbegründer des Schwazer Lendbräukellers hat nämlich die Projektleitung für die opulente Freilichttheater-Produktion „Silberberg“ in Schwaz übernommen. Neben Felix Mitterer (Autor des Stücks), Markus Plattner (künstlerische Leitung/Regie) und Peter Lindner (Veranstalter) zählt er damit zu den führenden Köpfen der Theaterproduktion über die Schwazer Bergbaugeschichte, die im August 2019 ihre Uraufführung feiern soll.

Weratschnig stand vor vielen Jahren selbst als Mime auf der Bühne in Schwaz und ist derzeit Kassier im Lendbräukeller. Er wird beim „Silberberg“ auch als Darsteller mitwirken. Als Projektleiter ist er Ansprechpartner für organisatorische Fragen. Aber auch die Koordination zwischen Veranstalter und künstlerischer Leitung sowie die Finanzplanung in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter zählen zu den Aufgaben. Apropos Finanzen: 300.000 Euro Gesamtbudget sind für die Produktion veranschlagt. 110.000 Euro (aufgeteilt auf 2018 und 2019) zahlt die Stadtgemeinde als Auftraggeber. Auch der TVB Silberregion-Karwendel beteiligt sich. „Es wird aber auch Sponsoren brauchen“, sind sich Weratschnig und Veranstalter Peter Lindner einig. Lindner ist derzeit dabei, mit allen Mitwirkenden Verträge auszuarbeiten. Unter anderem ist er im Gespräch mit dem Bühnenbildner Charly Steck, der u. a. seit Jahren für die Kulissen der Telfer Volksschauspiele verantwortlich zeichnet.

Hermann Weratschnig und Peter Lindner.
- Dähling

Inzwischen steht der Aufführungsort fest: vor dem Eingang der Stadtpfarrkirche in der Franz-Josef-Straße. Die mächtig wirkende Frontansicht der Kirche wirke wie ein Symbol der Auseinandersetzung zwischen Kirche und Staat, um die es in dem Stück unter anderem gehe, sagt Weratschnig. Er verweist auf ein sehr gutes Gespräch zwischen ihm, Lindner, Plattner und dem Kulturamt mit Pfarrer Martin Müller. Lindner: „Der Pfarrer zeigt großes Entgegenkommen.“

Auch die Proben haben inzwischen begonnen. Etliche Darsteller werden laut Markus Plattner in Doppelrollen zu sehen sein. „Eine Handvoll professionelle Schauspieler wirken mit, aber hauptsächlich Volksschauspieler. Denn es geht im Stück um die ganz normalen Leute.“ Die Konzeption in Wort und Bild sei theoretisch fertig. „Mit dem Silberabbau startete der globale Handel. Wir wollen Stadtgeschichte mit Weltgeschichte schreiben“, sagt Weratschnig.




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