Letztes Update am Mi, 06.06.2018 15:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oberösterreich

Königstorfer kehrt von der Burg zurück ans Linzer Landestheater

Bereits von 2000 bis 2013 war Thomas Königstorfer kaufmännischer Direktor des oberösterreichischen Landestheaters.

© APA/Herbert NeubauerThomas Königstorfer geht von der Burg zurück nach Linz.



Linz – Der Geschäftsführer des Wiener Burgtheaters, Thomas Königstorfer, geht zurück nach Linz. Er wird mit 15. Jänner 2019 kaufmännischer Direktor des Landestheaters. Diese Funktion hatte er bereits von 2000 bis 2013 ausgeübt. In seine damalige Amtszeit fiel auch der Neubau des Linzer Musiktheaters. Am Mittwoch wurde er von LH Kulturreferent Thomas Stelzer (ÖVP) als alter neuer Chef präsentiert.

Königstorfers Vertrag an der Burg ist im Vorjahr bereits bis 2023 verlängert worden. Dass er sich nun dennoch für Linz entschieden hat, sei kein Hinweis auf „Unrundheiten“ am Burgtheater, betonte er. Vielmehr führte er für seinen Wechsel private Gründe an – aber auch sentimentale: „Wenn man einmal in einem Theaterleben die Möglichkeit hat, an einem Theaterneubau mitzuwirken, entsteht eine Verbindung, die nicht so schnell abreißt.“

Abschied von der Burg noch offen

Königstorfer folgt Uwe Schmitz-Gielsdorf nach, der seit 2014 Geschäftsführer der Oö. Theater- und Orchester GmbH, zu der neben dem Landestheater auch das Brucknerorchester gehört, war und dessen 2019 auslaufender Vertrag nicht verlängert wird. Wann genau Königstorfer die Burg verlassen wird, ist noch offen. Er habe die engsten Kollegen erst am heutigen Mittwoch informiert. Das Burgtheater werde den Posten des Geschäftsführers demnächst ausschreiben. Ziel sei ein „taggleicher“ Wechsel, so Königstorfer, also per 15. Jänner.

Die Personalauswahl erfolgte unter Federführung des Unternehmensberaters Egon Zehnder. Die Findungskommission, der u.a. auch die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, angehörte, sprach sich schließlich für Königstorfer aus. Am Montag soll der Aufsichtsrat der Landesholding zustimmen, danach der Vertrag unterschrieben werden, wie Stelzer erklärte. Königstorfer erhalte auch sofort die Prokura.

Respekt und Verständnis am Burgtheater

Am Wiener Burgtheater reagierte man mit Respekt und Verständnis auf die Entscheidung Königstorfers: Er habe „in den vergangenen Jahren mit aller Kraft die wirtschaftliche Sanierung des Burgtheaters nach dem großen Bilanzverlust 2013 erfolgreich erkämpft“, so Direktorin Karin Bergmann in einer Aussendung. Martin Kusej, der im September 2019 die künstlerische Intendanz übernimmt, bedauerte den Abgang Königstorfers, den er sich „dezidiert als Partner gewünscht“ hätte. Er rechne aber mit einer „weiter engen Zusammenarbeit bis zum Ende der Saison 2018/19“.

Bundestheater-Chef Christian Kircher betonte in einem Statement gegenüber der APA: „Das Burgtheater ist nach den Turbulenzen der letzten Jahre wieder konsolidiert, und Thomas Königstorfer hinterlässt ein gut bestelltes Haus am Ring. Auch die Planungen mit dem designierten Direktor Martin Kusej sind weit fortgeschritten und erfolgten in größter Übereinstimmung zwischen Karin Bergmann, Martin Kusej, Thomas Königstorfer und der Bundestheater-Holding.“

Stelzer freute sich hingegen, ein kulturelles „Schwergewicht“ zurück an Bord geholt zu haben. Auch die oö. Grünen streuten Königstorfer Rosen: Er sei „ein Gewinn für den heimischen Kulturbetrieb“, hieß es in einer Aussendung. (APA)