Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.06.2018


Bühne

Junges Theater, flächendeckend

Das erste Tiroler Jugendtheaterfestival „Kultur wächst nach“ startet am Wochenende mit einer Reihe von Premieren. Fast 40 Gemeinden werden zur Bühne. Programm wird in allen Bezirken des Landes geboten.

© shapovalphoto/Fotolia110 Vorstellungen und Veranstaltungen für junge Theaterfreunde stehen zwischen 15. und 23. Juni in ganz Tirol auf dem Programm. Das Gesamtbudget beträgt 230.000 Euro. Foto: Shapovalphoto/Fotolia



Von Markus Schramek

Innsbruck – Nicht die ganze Welt, aber immerhin Spielstätten in allen neun Tiroler Bezirken werden ab kommendem Wochenende zur Bühne. Das Theaterfestival „Kultur wächst nach“ bietet von 15. bis 23. Juni in 35 Gemeinden Theater, Workshops und Lesungen speziell für Kinder und Jugendliche.

Der Anspruch des Festivals ist professionelles Theater für die nachwachsende Generation. Fallweise wirken Kinder in den Stücken auch selbst mit. Insgesamt 110 Vorstellungen sind geplant, bis zu 10.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. Gespielt wird nicht nur in klassischen Theatern wie dem Landestheater, sondern auch unter freiem Himmel, in Feuerwehr- und Gasthäusern, in Museen, Klassenzimmern, Zelten, Bahnhöfen usw.

Das klingt nach einer Menge Vorarbeit. Bernadette Abendstein, Leiterin des Steudltenn-Theaters in Uderns, hat Ausgabe Nummer 1 des Tiroler Jugendtheaterfestivals im Auftrag des Landes auf Schiene gebracht. „Es ist wie eine Meisterprüfung im Organisieren“, lautet Abendsteins Resümee. Vom Mobiltelefon kommt sie in den letzten Tagen vor dem Premierenwochenende kaum mehr weg.

230.000 Euro beträgt das Budget. Hauptfinanzier ist das Land Tirol mit 150.000 Euro. Die Stadt Innsbruck steuert 50.000 Euro bei, den Rest eine Bankengruppe. „Reich werden wir nicht, außer an Erfahrung“, kommentiert es Abendstein humorvoll. Das Gros der Ticketerlöse bleibt direkt bei den Spielstätten; diese stehen dafür kostenlos zur Verfügung.

Nicht alle angedachten Programmpunkte fanden im Budget Platz. Ursprünglich hätte die Eigenproduktion „Charlie“ der Osttiroler Regisseurin Cornelia Rainer das Festival als Uraufführung eröffnen sollen. „Das wäre aber zu teuer geworden“, bedauert Abendstein. So erfolgt der Startschuss für den Reigen der Veranstaltungen nun mit „Peer Gynt“ nach Henrik Ibsen (Programmdetails im Kasten rechts).

Geplant war ein großflächiges Theaterereignis für junge Menschen schon länger. Ein Konzept des Haller Kulturlabors Stromboli wurde von Kulturlandesrätin Beate Palfrader 2014 auf Eis gelegt: zu international, zu wenig Tirolbezug. Palfrader wollte mit dem Festival hinaus in die Bezirke und viele Akteure aus den Regionen einbinden.

Mit der Arbeit der Steudltenn-Mannschaft ist die Landesrätin hochzufrieden. „Sie haben die Vorgaben des Landes professionell umgesetzt.“

Stolz klingt bei der ÖVP-Politikerin ebenfalls durch. Denn das Theaterfestival geht auf ihre Initiative zurück. Entsprechend eifrig will Palfrader die Aufführungen selbst besuchen. Das Programm ist ideal für junge Menschen. Ältere Semester sind aber auch sehr willkommen.

Verläuft der heurige Erstling zufriedenstellend, dann soll das Jugendtheaterfestival kein Einmalereignis bleiben. Palfrader schwebt ein Zweijahresrhythmus für die Durchführung vor. Zunächst heißt es aber: „Bühne frei!“




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