Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 19.06.2018


Innsbruck-Land

Was mit bösen Mädchen passiert

„Uns bleibt die Freundschaft“ von Madeleine Weiler im Volkstheater Axams uraufgeführt.

© Christian Wind



Von Edith Schlocker

Axams – Dass Theatergehen nicht gerade die Lieblingsfreizeitbeschäftigung heutiger Jugendlicher ist, ist ein Faktum. Warum die Versuche, junge Menschen freiwillig ins Theater zu locken, mit wenigen Ausnahmefällen zum Scheitern verurteilt sind, liegt meist an den Stücken bzw. deren wenig inspirierter Aufbereitung. Daran wird auch Madeleine Weilers Stück „Uns bleibt die Freundschaft“, das als Auftragswerk des Tiroler Dramatikerfestivals am Sonntag im Rahmen des Theaterfestivals „Kultur wächst nach“ im Volkstheater Axams in der Inszenierung seiner Autorin uraufgeführt wurde, nichts ändern.

Was nicht zuletzt an der Geschichte liegt, die in einer langen Eineinviertelstunde erzählt wird. Kein Klischee wird hier ausgelassen, durchdekliniert in Schwarzweiß anhand von zwei sehr ungleichen Freundinnen. Der cool tätowierten und schrill geschminkten, kiffenden, schulschwänzenden und sich nächtens herumtreibenden Ia und Soph, die in jeder Weise das absolute Gegenteil von ihr ist. Was sie nicht daran hindert, beste Freundinnen zu werden, bis die Sache kippt und Ia in einem Heim für schwangere Mädchen landet. Was sie Soph per Brief mitteilt, der mit den Worten „Ich hab dich lieb“ endet.

Yamuna Müller und Katharina Gschnell schlüpfen vor einer sparsam möblierten Kulisse tapfer in die Rollen der bösen Ia und der braven Soph. Das spärlich erschienene Premierenpublikum zu rühren oder gar zu berühren, gelang ihnen allerdings in nur ganz seltenen Momenten.