Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.07.2018


Bühne

Nackter Mann trifft wilde Frau

Von witzig-unterhaltsam bis abgrundtief böse: Die Stripper-Komödie „Ladies’ Night“ und Mitterers „Wilde Frau“ sind die Hauptstücke der Telfer Volksschauspiele ab 21. Juli.

© DietrichNoch wird geprobt.



Telfs – Die Feiertage für den Mann nehmen gar kein Ende mehr. Einen Monat lang regierte der WM-Fußball das (Fernseh-)Geschehen. Jetzt veranstalten auch noch die Tiroler Volksschauspiele Telfs „Männerspiele“. So lautet zumindest das Motto des diesjährigen Aufführungsreigens in der Marktgemeinde von 21. Juli bis Ende August.

Und damit die Mannsbilder davon auch wirklich Notiz nehmen, hat Maler Anton Christian ein neues Plakatsujet für Telfs entworfen: sündige Rottöne über drei – ergo hochroten – Köpfen. „Das muss jetzt wieder für acht bis zehn Jahre reichen“, sagte der Künstler bei der Programmvorstellung gestern vor der Presse. Sparen ist angesagt. Das Budget der Volksschauspiele beläuft sich heuer auf rund 700.000 Euro.

Bei den beiden Hauptstücken werden Frauen in der Unterzahl sein – auf der Bühne, nicht aber neben dieser oder gar auf den Rängen.

Nächsten Samstag (21.7.) steigt im Zirkuszelt auf dem Thöni-Festplatz die Premiere von „Ladies’ Night – Ganz oder gar nicht“. Dieser britische Komödienklassiker wurde 1997 zum Kinohit. Seither ist der Stoff von den großen und kleinen Bühnen nicht mehr wegzudenken.

Eine Handvoll Arbeitsloser beschließt, ins Stripperfach zu wechseln. Denn da winkt viel Kohle, und die „Bräute“ stehen drauf. Den Verrenkungen dieser Truppe zuzusehen, ist quasi ein Spaßgarant. Ob es am Ende vollends nackte Tatsachen zu sehen geben wird, ließ Regisseurin Astrid Großgasteiger, die erstmals in Telfs inszeniert, offen. „Manche der Herren sind da bereitwilliger, manche weniger“, meinte sie augenzwinkernd.

„Die Wilde Frau“ von Felix Mitterer taucht als Kontrapunkt dazu tief ins dramatische Fach ein. Fünf Holzfäller matchen sich um eine stumme Frau, die an der Hütte des Quintetts anklopft. Gockelkampf ist ein milder Ausdruck dafür, was sich an Rivalität entwickelt. Für Regisseur Klaus Rohrmoser ist dieses Stück „vielleicht Mitterers interessantestes“. Zwölf Tage vor der Premiere (26.7., Großer Rathaussaal) zeigte sich Rohrmoser mit den Proben und der Besetzung absolut im Reinen. Eine Kostprobe gab es schon gestern zu sehen.

Apropos Felix Mitterer: Der Tiroler Dramatiker wurde heuer, wer es noch nicht gehört hat, 70. Er gehört in Telfs quasi zum Inventar. Am 29. Juli wird der Immer-noch-Jubilar im Noaflhaus samt Ausstellung groß gefeiert.

Das Rahmenprogramm (ab 22. August) besteht großteils aus Lesungen. Uli Brée, Barbara Aschenwald und Martin Kolozs werden aus jüngsten Werken vortragen. Markus Koschuh – in Going gerade unerwünscht, siehe Artikel unten – ist in Telfs willkommen: Am 25. August präsentiert er ein „Best of“ aus seinem Kabarett. (mark)