Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 16.07.2018


Bezirk Landeck

Philosophieren mit dem Stummelschwänzchen

© ReichleNadja Grün erweckt das Flusspferd bis ins Stummelschwänzchen zum Leben.



Prutz – Es wohnt als tierischer Philosoph am Wasser – und ist rundum glücklich. Nicht nur mit seiner fassartigen Figur, sondern auch damit, von einem Augenblick auf den anderen zu leben und über die wichtigen und unwichtigen Fragen nachzudenken. Etwa, warum das Gras grün und nicht rosa ist.

Die Zufriedenheit des Flusspferds endet in dem Moment, als das Pferd auftaucht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Debatte, was nun ein „echtes Pferd“ ausmacht – denn für das stolze Ross ist das Flusspferd schlicht faul und träge. Gleichzeitig ist es eifersüchtig auf dessen Fähigkeit, im Wasser zu treiben und schier unendlich zu tauchen.

Die Begegnung macht aus zwei glücklichen Tieren zwei unglückliche. So der Ausgangsplot des Kindertheaters der finnischen Autorin Anneli Mäkelä, die das Stück „FlussPferde“ verfasst hat. Zu sehen ist die berührende Geschichte, die nicht nur Kinder zum Schmunzeln, sondern auch Erwachsene zum Nachdenken bringen soll, derzeit in der Winklbühne Prutz/Faggen unter der Regie von Helmu­t Nigg.

Nadja Grün schafft es dabei, das Flusspferd bis in die Spitze ihres Stummelschwänzchens zum Leben zu erwecken. Bernadett­e Hofer schlüpft überzeugend in die Rolle des Rosses – das Duo sorgt auf der Bühne für urkomische Momente, etwa dann, wenn die beiden in einen Wettstreit ihrer Fähigkeiten treten.

Denn so viel sei verraten, auch wenn das Stück nachdenklich stimmt, es hat ein gutes Ende. Am Klavier begleitet werden die beiden Darstellerinnen dabei von Florian Nigg.

Die nächsten Termine sind am 20. und 27. Juli jeweils um 18 Uhr im Kulturstadl im Winkl. Kartenreservierung unter Tel. 0664/5709164. (mr)