Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 27.08.2018


Bezirk Kitzbühel

Tirols Geschichte vertont

In Kössen fand die österreichische Uraufführung der Rockoper „Die drei Keuze“ statt.

© Brigitte EberharterMit bewegenden Songs erzählt „Tellura X“ eine fiktive Geschichte rund um „Hans“, die Anleihen an der Geschichte Tirols nimmt.Foto: Eberharter



Kössen – Die Geschichte Tirols hat die Südtiroler Rockband Tellura X unter dem Titel „Die drei Kreuze“ vertont. Im Veranstaltungszentrum Kössen fand am Samstagabend die österreichweite Uraufführung statt. Das Interesse war groß.

Erstmals wurde die Oper 2014 zum Gedenken an „100 Jahre Ausbruch des Ersten Weltkriegs“ und „75 Jahre Option“ an drei Tagen im Forum in Brixen aufgeführt. Geschrieben wurde sie von Karl Mittermaier, Autor, Historiker und Musiker, vertont von dessen Sohn Hannes, der Sänger und Gitarrist bei der Band Tellura X ist. „Das 20. Jahrhundert, vor allem die erste Hälfte davon, scheint die grausamste Zeit gewesen zu sein“, erklärte Hannes Mittermaier in der Einführung.

„Die drei Kreuze“ ist eine Geschichte, die die Schrecknisse eiskalt servieren möchte. Sie handelt von Hans, einem Brixener, wie es viele gab in dieser Zeit: Er ist jung, wird vom Militär eingezogen und wird dabei zum Spielball der Großmächte. Nach dem Krieg erfolgt die folgenschwere Entscheidung der Option und in den 1960er-Jahren muss Hans um die Autonomie in seiner Heimat kämpfen.

Die Gruppe Tellura X sieht diese Rockoper im übertragenen Sinne als eine Identitätsfrage Europas. „Was ist Europa? Ein Vielstaatenland oder ein großer Staat?“, stellt Mittermaier die Frage in den Raum. Seiner Meinung nach ließe sich dies nur durch die Reflexion der Vergangenheit klären. (be)