Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 29.08.2018


Bühne

Salzburger Erkenntnisse

In Salzburg blickt Festspiel-Intendant Markus Hinterhäuser auf einen „gewaltigen Sommer“ zurück. Die Auslastung lag bei 97 Prozent.

© APA/NeumayrPosieren für Positivmeldungen: Schauspielchefin Bettina Hering, Konzertchef Florian Wiegland und der Kaufmännische Direktor der Salzburger Festspiele Lukas Crepaz lächeln noch. Helga Rabl-Stadler und Markus Hinterhäuser wenden sich wohl bereits Neuem zu.



Von Joachim Leitner

Was bleibt vom Salzburger Festspiel-Sommer 2018? Fast alles. Schließlich wurden beinahe alle Produktionen aufgezeichnet. Was aber bleibt in Erinnerung? Romeo Castelluccis epochale „Salome“-Neudeutung, eine im Effekt-Verzicht effektive „Pique Dame“. Und die Erkenntnis, dass ein Einspringer auch dann zum Ereignis hochgeschrieben werden kann, wenn er mit Verve an der Inszenierung vorbeispielt. Gerade für die von Bettina Hering verantwortete Schauspiel-Sparte war 2018 ein wichtiges Jahr. Nach ziemlich ziellosem Vorjahrsprogramm zeichnete sich ein ganzes Netz an roten Fäden ab. „Penthesilea“ und „Die Perser“ holten antike Wucht ins Heute. Mit „Hunger“ leistete man sich gar eine vom Meister selbst inszenierte Frank-Castorf-Parodie. Wenn sich jetzt noch der Mut fände, auch Heutigem ohne Bestseller-Bonus eine Bühne zu bieten, bliebe wenig übrig, was man sich fürs Jubeljahr 2020 wünschen könnte.