Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.11.2018


Bühne

Zwei Kriegsfeinde einander gegenüber

Norbert Zehms Oper „Strange Meeting“ zum Waffenstillstandstag 1918 im ORF Tirol.

© ZahmDie Skulptur „Seven Days Left“ von Mia Florentine Weiss wird zum Bühnenbild für Norbert Zehms Oper „Strange Meetings“.Foto: Zehm



Von Ursula Strohal

Innsbruck – Dass die Uraufführung von Norbert Zehms neuer Oper „Strange Meeting“ kommenden Sonntag im ORF-Studio Tirol zufällig einen Tag nach der Landestheater-Premiere von Philip Glass’ Oper „The Fall of the House of Usher“ stattfindet, ist ein eigenartiger Zufall. Denn Zehm, als Komponist lange Zeit eigenständig mit Liebe zur Improvisation zwischen Rock, Pop, Elektronik und Klassik unterwegs, war stark vom Minimalismus des Philip Glass beeinflusst. Zu Beginn der 1990er-Jahre hat er „House of Usher“ in London erlebt, und Glass vor einiger Zeit persönlich kennen gelernt.

Zehms „Strange Meeting – Kenotaph für einen unbekannten Soldaten“ entstand zum Gedenkjahr 2018, zum Schnittpunkt von Kriegsende und Beginn der Republik. Die Oper ist ein tragisches Dokument der letzten Stunden des britischen Dichters und Soldaten Wilfred Owen und seinem deutschen Gegenüber am Sambre-Oise Canal in Belgien, wenige Tage vor dem Waffenstillstandstag 1918. Da der 11. November zum jährlichen Gedenktag dieses Tages am Ende des Ersten Weltkrieges wurde, findet Zehms Uraufführung am 11. 11. 2018 statt. In den rund 89 Minuten werden Verzweiflung und Hoffnung thematisiert, das „Doppelgänger Motiv“ des Owen-Gedichtes führt zur unerwarteten Wende der Geschichte.

Der Brite Peter Wolf schrieb Zehm auch diesmal das Libretto, der englische Schauspieler Brett Fancy liest die Texte. Alexander Medem richtet das Werk halbszenisch ein, musikalischer Leiter ist Claudio Büchler. Es spielt das Tiroler Ensemble für Neue Musik, weiters dabei Norbert Zehm Klavier und Electronics, fünf Gesangssolisten, Roland Schrettl Video. Beginn mit einer historischen Einführung um 19 Uhr.




Kommentieren


Schlagworte