Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.11.2018


Bezirk Schwaz

“Silberberg“: Harte Schicksale hautnah erleben

Im Stück „Silberberg“ von Felix Mitterer entführen Schwazer in ihre Stadtgeschichte – wie es war vor 500 Jahren.

Die Proben für das Schwazer Knappenspiel "Silberberg" laufen auf Hochtouren.

© Guttmann RainerDie Proben für das Schwazer Knappenspiel "Silberberg" laufen auf Hochtouren.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Düstere und mystische Musik klingt durch das alte Gemäuer. Es erinnert an eine längst vergangene Zeit. An ein Leben, das kein leichtes war. Zugleich mischen sich hoffnungsvolle und starke Töne darunter. Kraftvoll zieht einen die Musik in eine Geschichte voller Höhen und Tiefen. Eine Geschichte, geschrieben von Felix Mitterer.

Wie die Musik des Trailers zum Stück „Silberberg – Das Schwazer Knappenspiel“ schon verrät, geht es um eine konfliktreiche Geschichte, die sich mit dem Schwazer Bergbau befasst. Es geht aber nicht nur um den Aufstieg und Niedergang des Silbersegens im 16. Jahrhundert, sondern vor allem auch um die Schicksale der Menschen in Schwaz.

Die Proben für das Schwazer Knappenspiel „Silberberg“ laufen auf Hochtouren. BM Hans Lintner und LR Beate Palfrader freuen sich auf die Premiere mit Autor Felix Mitterer (o. r., v. l.) und Markus Plattner (u. r., l.).<span class="TT11_Fotohinweis">Fotos: Guttmann, Fankhauser</span>
Die Proben für das Schwazer Knappenspiel „Silberberg“ laufen auf Hochtouren. BM Hans Lintner und LR Beate Palfrader freuen sich auf die Premiere mit Autor Felix Mitterer (o. r., v. l.) und Markus Plattner (u. r., l.).Fotos: Guttmann, Fankhauser
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„Es war höchste Zeit, dass ein Stück über den Silberberg gemacht wurde. Es wundert mich, dass mir niemand zuvorgekommen ist“, sagt Mitterer. Für ihn ist es eine wichtige und starke Geschichte. Es war ihm auch ein Anliegen, „Frauen prominent in den Rollen auftreten zu lassen“. Gespielt wird das Stück vor der Schwazer Stadtpfarrkirche. „Das ist ein unglaublicher Schauplatz. Die Kirche spielt auch im Stück eine wichtige Rolle“, sagt Mitterer.

Regie führt Markus Plattner. Er hat mit den Workshops für das Volksschauspiel schon vor zwei Jahren begonnen. Dabei hat er Menschen aus dem ganzen Bezirk eingebunden, die teils noch nie geschauspielert haben. „So haben wir ein Fundament geschaffen. Durch die Leidenschaft und Begeisterung ist ein tolles Niveau entstanden. Das Stück wird von den Schauspielern gelebt“, sagt Plattner.

Anja Pölzl spielt eine der Hauptrollen: Barbara Zott. Sie ist die Frau des Knappensprechers (gespielt von Plattner). „Sie ist eine starke und schlaue Frau. Zugleich ist sie sehr mutig und emotional“, beschreibt Pölzl. Sie findet es toll, dass Mitterer immer wieder so starke Frauenfiguren zum Leben erweckt. „Er verbindet dieses Harte, Erdige aus dieser Zeit mit einer Leichtigkeit und Freiheit aus dem Überirdischen“, sagt Pölzl. Hinter ihrer Figur stecke nämlich mehr, als auf den ersten Blick sichtbar sei.

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Das Besondere am Freilichtstück ist für Dramaturgin Veronika Schwarz, dass sich das Publikum trotz der damaligen Zeit in die Figuren hineinversetzen könne. Die Schicksale von damals treffen auch heute noch zu. „Jeder muss seinen Weg gehen – das ist, was wir sehen werden“, sagt Schwarz.

Die Proben laufen schon seit Monaten auf Hochtouren. Vor allem im Sommer wurde u. a. viel im historischen Mathoi-Haus in Schwaz oder auch im angrenzenden Garten geprobt. „Es ist faszinierend, die Geschichte der eigenen Stadt zu spielen“, sagt Simon Fankhauser. Der 18-Jährige spielt einen Knappen. Dass die Schauspieler so eng zusammengewachsen sind, macht das Stück für ihn zu etwas ganz Besonderem. „Das ist wie eine zweite Familie“, sagt Fankhauser. Auch Valentina Leitinger empfindet die Verbindung unter den Schauspielern als etwas Außergewöhnliches. „Das war ein anderes Kennenlernen als sonst, so persönlich“, sagt die Schwazerin.

Kulturlandesrätin Beate Palfrader gefiel an Mitterers Stück vor allem die Zeitkritik. „Die Freiluftaufführung wird die Leute begeistern“, sagt sie.

Auf die Frage, ob Mitterer bei der Premiere am 14. August 2019 anwesend sein wird, sagte er: „Ich habe mir den Tag schon aufgeschrieben. Wenn ich noch lebe, komme ich.“

BM Hans Lintner und LR Beate Palfrader freuen sich auf die Premiere mit Autor Felix Mitterer.
BM Hans Lintner und LR Beate Palfrader freuen sich auf die Premiere mit Autor Felix Mitterer.
- Fankhauser