Letztes Update am Fr, 05.04.2019 14:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


TIROL

Landestheater bringt in Saison 2019/2020 „American Idiot“

Intendant Johannes Reitmeier und das leitende Team des Tiroler Landestheaters und Symphonieorchesters Innsbruck haben am Freitag den Spielplan der kommenden Saison präsentiert.

Alexander Rainer (Leiter des Orchesterbüros), Enrique Gasa Valga (Tanzcompany), Thomas Krauß (Schauspieldirektor), Angelika Wolff (Operndirektorin), Markus Lutz (Kaufm. Direktor), Johannes Reitmeier (Intendant), Christina Alexandridis (Chefdramaturgin) (v

© Rupert LarlAlexander Rainer (Leiter des Orchesterbüros), Enrique Gasa Valga (Tanzcompany), Thomas Krauß (Schauspieldirektor), Angelika Wolff (Operndirektorin), Markus Lutz (Kaufm. Direktor), Johannes Reitmeier (Intendant), Christina Alexandridis (Chefdramaturgin) (v



Innsbruck – Das Tiroler Landestheater hat das Musical „American Idiot“ mit Musik der amerikanischen Pop-Punk-Band Green Day auf den Spielplan der Saison 2019/2020 gesetzt. „Ein Werk von großer Aktualität“, meinte dazu Landestheater-Intendant Johannes Reitmeier bei einer Pressekonferenz am Freitag in Innsbruck. Auch Elfriede Jelineks „Am Königsweg“ steht am Programm.

„American Idiot“ nimmt Reitmeier als Regisseur selbst in die Hand. Das Musical ist eine Adaptation des gleichnamigen Albums der erfolgreichen amerikanischen Punkband. Musikalisch umgesetzt wird die Österreichische Erstaufführung (Premiere am 12. Dezember) in Innsbruck von der Progressive-Metal-Band Vanden Plas, die 2017 bereit bei „Everyman“ am Tiroler Landestheater musizierten.

„Die Kunst hat kein Vaterland“ als Motto

„Die Kunst hat kein Vaterland“ kann insgesamt als Motto über der gesamten kommenden Spielzeit stehen. Diesem Zitat von Carl Maria von Weber, das dem 2019/2020er-Programmbuch vorangestellt ist, konnte Reitmeier jedenfalls einiges abgewinnen. „Das Theater hat sich gegen alle fehlgeleiteten Nationalismen zu stellen“, meinte dieser. So passt es dann auch gut, dass Reitmeier selbst bei dem Musical „Die Schattenkaiserin“ Regie führt, das sich mit der zweiten Ehefrau von Kaiser Maximilian I., Bianca Maria Sforza, auseinandersetzt. Schließlich wurde Maximilian I. im laufenden „Maximilianjahr“ als „erster Europäer“ in Szene gesetzt.

Auch das Schauspielprogramm unter der Leitung von Thomas Krauß hat sich Internationalität auf die Fahnen geschrieben. So sollen laut Krauß „Wege aus der Zersplitterung der Gesellschaft“ mit den Mittel des Theaters auf der Bühne gezeigt werden. Das Stück „Vögel“ von Wajdi Mouawad setzt sich etwa mit der Annäherung eines Israelis an eine Araberin und den damit verbundenen Konflikten auseinander. Die Spaltung der Gesellschaft insgesamt bringt hingegen „Am Königsweg“ von Elfriede Jelinek auf das Tapet. Der spaltende König im Stück stehe nicht zufällig für den derzeit amtierenden amerikanischen Präsidenten. Elke Hartmann inszeniert, Premiere ist am 6. März 2020. Weiters steht u.a. auch die Österreichische Erstaufführung von „Stück Plastik“ von Marius von Mayenburg auf dem Plan.

Tanzcompany richtet Blick hin zu Shakespeare

Darüber hinaus will die Tanzcompany beweisen, dass, wie es der Tanzcompany-Chef Enrique Gasa Valga selbst ausdrückte, die „Berge nicht noch genug sind“. Von Tirol aus wird somit der Blick in Richtung England hin zu William Shakespeare gerichtet. Mit „The Tempest“ nach William Shakespeares „Der Sturm“ wird Gasa Valga auch in diesem Jahr den großen englischen Dramatiker in Tanzform bringen. Auch hat Gasa Valgas, wie er selbst lachendend anmerkte, einige herausragende Tänzer mit der Aussicht auf „Schnitzel“ nach Innsbruck gelockt. Uraufführung ist am 2. November. „Wolfgang Amadeus“ heißt ein Tanzstück von Marie Stockhausen, das am 22. Dezember zur Uraufführung kommt.

Im Opernbereich bringen die Verantwortlichen etwa „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi oder „Der Freischütz“ von Carl Maria Weber auf die Bühne. Beim Symphonieorchester ist man wiederum auf die zwei neuen Chefdirigenten fokussiert. Kerem Hasan und Lukas Beikircher werden bei den Symphoniekonzerten programmatisch ihre musikalischen Ausrichtungen präsentieren. „Beikircher wird das mit einem großen romantischen Programm tun“, verriet Alexander Rainer, der Leiter des Orchesterbüros, schon jetzt. (APA)