Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 19.04.2019


Bezirk Schwaz

Jugendliche zeigen auf der Bühne, wie wertvoll Zeit ist

Handy weg und los geht’s: In „Momo“ von Michael Ende besiegen 28 junge Schauspieler die bösen Zeitfresser. Das Stück ist präsenter denn je.

Ein Stück mit viel Herz und Poesie. Umgesetzt mit jeder Menge visueller Effekte, Grafik, Licht und spannender Musik.

© FankhauserEin Stück mit viel Herz und Poesie. Umgesetzt mit jeder Menge visueller Effekte, Grafik, Licht und spannender Musik.



Von Eva-Maria Fankhauser

Uderns – Mitten im trist-grauen Bühnenbild sitzen junge Mädchen in bunten Klamotten. Wie Asche regnet es grau in grau auf sie nieder. „Verlorene Zeit“, poltert ein grimmiger Mann. Er stiehlt ihnen ihre kostbare Lebenszeit. Jede Stunde, Minute, Sekunde reißt er sich gierig unter den Nagel. Doch ein kleines Mädchen kann alles ändern: Momo. Gemeinsam mit der Schildkröte Kassiopeia und den Meisterinnen Horas geht sie gegen die Zeit-Diebe vor.

Beim U21-Theaterprojekt der Steudltennbühne wird fleißig geprobt.
Beim U21-Theaterprojekt der Steudltennbühne wird fleißig geprobt.
- Fankhauser

„Wir machen das gleich nochmal“, ruft Regisseur Hans­peter Horner. Es ist bereits seine sechste Produktion mit dem U21-Steudeltenntheater in Uderns. Die Arbeit mit den Jugendlichen macht ihm großen Spaß. „Alles ist so irrsinnig lebendig. So etwas wie hier im Steudltenn gibt es sonst nirgendwo. Es gibt keine Vorschriften oder Gesetze, wir entscheiden alles im Moment“, sagt Horner. Eine besondere Atmosphäre. Und auch die jungen Darsteller würden sich mit all ihren Talenten und Elan einbringen.

28 junge Mädchen sind heuer mit von der Partie. Von zehn bis 21 Jahren, von Einheimischen bis Kindern mit Beeinträchtigung oder Fluchtgeschichte – alle können Teil einer spannenden Theaterproduktion werden. „Uns ist wichtig, dass Kunst und Kultur für alle offensteht“, sagt Barbara Kainzner-Abendstein vom Steudltenn-Team. Da stimmt ihr Organisatorin Bernadette Abendstein zu: „Es ist toll, zu sehen, wie die Kinder am Ende so ein dynamisches Team werden.“ Coach und Regisseur Harkon Hirzenberger ist begeistert von der Disziplin der jungen Laiendarsteller. Gerade in diesem Stück, wo es um die Zeit gehe, sei auch der Verzicht aufs Handy während der Proben ein Thema. „Das ist ja auch ein Zeitfresser. Aber mittlerweile ist das für sie ganz selbstverständlich, dass sie das Handy weglegen“, sagt er.

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- Fankhauser

Etappenweise wird seit Oktober geprobt. Jetzt in den Osterferien ganz intensiv. „Ich nutze meine Freizeit gerne zum Schauspielen. Es macht Spaß, weil man hier so kreativ sein kann“, sagt Johanna. Luisa macht vor allem das Tanzen auf der Bühne sehr viel Spaß. Da stimmt ihr Maria zu: „Der Robotertanz mit allen zusammen auf der Bühne ist total cool.“ Sophie und Letizia gefällt die Geschichte rund um Momo und die Zeit richtig gut. „Besonders wenn man versucht, uns die Zeit zu stehlen“, sagt Sophie. Letizia: „Aber Momo wehrt sich und bringt die Zeit zurück.“

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Ein Stück mit viel Herz und Poesie. Umgesetzt mit jeder Menge visueller Effekte, Grafik, Licht und spannender Musik. „Wir haben auch eine Szene mit Musikinstrumenten. Aber das hört sich eher wie Katzenmusik an“, scherzt Anna. Es höre sich zwar schlimm an, wenn alle durcheinanderspielen, aber es mache viel Spaß. Lustig und herausfordernd ist es auch für die drei Mädchen, die die Hora verkörpern. „Wir hängen in einem Kostüm zusammen. Es ist toll, mal ganz was anderes zu spielen“, sagt Ronja. Auf der anderen Seite im selben Kostüm steht Katharina: „Dass wir immer synchron sind, ist gar nicht so einfach. Gestolpert sind wir auch schon.“ Die Jugendlichen lachen von Herzen. Für Mohadisa in der Rolle der kleinen Momo ist das laute Sprechen eine Herausforderung. Aber eine, die sie gut meistert.

Coach und Regisseur Harkon Hirzenberger ist begeistert von der Disziplin der jungen Laiendarsteller.
Coach und Regisseur Harkon Hirzenberger ist begeistert von der Disziplin der jungen Laiendarsteller.
- Fankhauser

Zu sehen ist das Stück „Momo“ am 24. und 26. April um 20 Uhr auf der Steudltennbühne in Uderns.

Etappenweise wird seit Oktober geprobt. Jetzt in den Osterferien ganz intensiv.
Etappenweise wird seit Oktober geprobt. Jetzt in den Osterferien ganz intensiv.
- Fankhauser