Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 14.05.2019


Bezirk Imst

Stpck im Theater Quartier B2: Alles über die Liebe

Theater Quartier B2 belebt Zickeler-Bühne ab dem 24. Mai mit einer Komödie.

Des einen Freud ist des anderen Therapiestunde, erklären Bernd Sonderegger, Silvia Schmid und Regisseur Peter Schaber (v. l.) demnächst.

© DornDes einen Freud ist des anderen Therapiestunde, erklären Bernd Sonderegger, Silvia Schmid und Regisseur Peter Schaber (v. l.) demnächst.



Haiming – „Für das Publikum ist es eine Komödie, aber für die Spieler, die es betrifft, ist es eine Tragödie“, will der Regisseur des wieder ins Leben gerufenen Theatervereins Quartier B2 (vormals Besetzungscouch) die Grenze zwischen Witz und Drama nicht fixieren. Zum Lachen dürfte das neueste Werk denn auch nur für diejenigen sein, die sich nicht zu sehr mit den Protagonisten identifizieren.

Denn auf der Bühne geht es so richtig zur Sache, wenn sich das Ehepaar Lima (man darf sich wieder auf die umwerfende Kathrin Dablander und den vielseitigen Bernd Sonderegger freuen) in der Hoffnungslosigkeit seiner Ehekrise an die Paartherapeutin Mayer-Wölk (Silvia Schmid wird wohl auch dieses Mal hundert Prozent Präsenz zeigen) wendet.

90 Minuten Therapiestunde zum Preis einer Theaterkarte erwarten die Zuschauer demnächst auf der kleinen, aber feinen Bühne des Zickelers (Gasthof Stern in Haiming). Und wer glaubt, da werden rein psychotherapeutische Dialoge gewälzt, der wird sich wohl gründlich irren. Denn Peter Schaber ist dafür bekannt, dass er zwischen und vor allem hinter die Zeilen zu blicken versteht und dadurch mehr Welt auf die Bühne bringt, als ursprünglich im Text war.

„Da ist wahnsinnig viel Bewegung in dem Stück“, sagt er und man darf sich wohl darauf freuen, dass die Möglichkeiten, die durch die rein geistige Distanz oder Nähe zwischen den drei Individuen während der Psychotherapie entstehen, von Schaber in pure Körperlichkeit umgesetzt werden. Denn auch die „Psychotante“ lässt das ganz und gar nicht kalt, was ihr die beiden Klienten da liefern, und so wird auch sie bald hineingezogen in den Trip aus Selbstbehauptung, Wut und blanker Existenzangst: „Die großen Probleme werden nicht angesprochen, Banales wird als Ersatz dafür riesig gemacht“, beschreibt Silvia Schmid, die Obfrau des Vereins, die Tragik dieser Ehe. Denn angefangen hat die Beziehung mit viel Liebe, aber dann „ist das Leben dazwischengekommen“, wie Schaber sich ausdrückt. Und wer glaubt, beim Anblick dieses „weiteren bekloppten Paares“ (wie die Psychotherapeutin resigniert feststellt) nicht in den eigenen Spiegel sehen zu müssen, wird wohl enttäuscht werden: Denn das Publikum ist nur der Wartesaal voller Klienten, die darauf hoffen dürfen, ebenfalls therapiert zu werden.

Premiere von „Alles über Liebe“ ist am 24. Mai um 20 Uhr im Gasthof Stern in Haiming, weitere Aufführungen gibt es am 26. und 29. Mai sowie am 1., 2., 7. und 9. Juni jeweils um 20 Uhr. Karten können unter 0660/1124250 oder per Mail an quartierb2.gmx.at reserviert werden. (ado)




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