Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 29.05.2019


Bezirk Imst

„Das verschworene Tal“: Not macht erfinderisch

Die familiäre Verbindung zweier Familien begründet im Stück das gemeinsame Handeln der Dörfer Bschlabs und Pfafflar.

© PloderDie familiäre Verbindung zweier Familien begründet im Stück das gemeinsame Handeln der Dörfer Bschlabs und Pfafflar.



Das Kleine Bezirkstheater wurde gegründet, um ausgewählte Stücke mit Darstellern unterschiedlicher Regionalbühnen zur Aufführung zu bringen. Dazu gehört auch der Anspruch, sich mit Uraufführungen auf neues Terrain zu begeben. Dem stellte sich auch die neu gewählte Führung des Vereins und wählte für die heurige Aufführungsreihe die erstmalige Inszenierung des Stücks „Das verschworene Tal". Auf Initiative des Imster Schauspielers Kurt Zebisch verfasste Helmut Walch eine Bühnenfassung der Romanvorlage von Walter Lechleitner, für die Regie zeichnet Luis Auer aus Telfs verantwortlich.

In seiner Vorlage schildert Lechleitner durchaus zeitgemäße Themen am Beispiel zweier Familien aus Bschlabs und Pfafflar vor historischem Hintergrund. Als Zuwanderer aus dem Wallis und dem Engadin sehen sich die Dörfler gezwungen, sich ein karges Überleben zu sichern. Ihre Not schrei­ben sie vorwiegend dem Verhalten der Starkenberger als Grundherren zu. Vom Gurgltal durch das „Hanntenne" getrennt, suchen sie anfangs ihr Heil im Handel mit den Lechtalern und Bayern. Erzfunde eröffnen in der Folge die Möglichkeit, von der Obrigkeit unbemerkt, durch heimlichen Bergbau, zu bescheidenem Wohlstand zu gelangen.

Walter Lechleitner sucht in seiner Vorlage den Mittelweg zwischen Kriminal- und Gesellschaftsroman, eine Entscheidung, der Helmut Walch auch in der Bühnenfassung folgt. Darin liegt wohl auch das durchaus überraschende Ende begründet, das Elemente der typischen „Lösung des Falles" bei einem Krimi wie jene des offenen Endes eines Gesellschaftsromans enthält.

Karten für die Aufführungen am 1., 2., 7., 10., 14. und 15. Juni um 20 Uhr können unter 0650

5053959 (16—19 Uhr) oder 0664/4622664 (19—21 Uhr) bestellt werden. In Zusammenarbeit mit der „Hirschentenne" wird eine Kombination mit einem Theatermenü angeboten. (tp)




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