Letztes Update am Mi, 12.06.2019 15:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


1925 - 2019

Reaktionen auf Tod von Elfriede Ott: Wurde „generationenübergreifend bewundert“

In der Nacht auf Mittwoch verstarb die Doyenne des Theaters an der Josefstadt mit 94 Jahren, und damit eine der beliebtesten und vielseitigsten Schauspielerinnen des Landes. Mit Elfriede Ott verliere die Republik „eine ihrer beliebtesten und profiliertesten Schauspielerinnen“, zollte Bundespräsident Alexander Van der Bellen der Verstorbenen seinen Respekt.

Elfriede Ott, Doyenne und Ehrenmitglied des Theaters in der Josefstadt, ist 94-jährig verstorben.

© APA/ARTINGERElfriede Ott, Doyenne und Ehrenmitglied des Theaters in der Josefstadt, ist 94-jährig verstorben.



Wien – Zu unzähligen Trauerbekundungen hat das Ableben der Schauspielerin und Josefstadt-Doyenne Elfriede Ott am Mittwoch geführt. Mit Ott verliere die Republik „eine ihrer beliebtesten und profiliertesten Schauspielerinnen“, zollte Bundespräsident Alexander Van der Bellen der Verstorbenen seinen Respekt. Ott war in der Nacht auf Mittwoch mit 94 Jahren gestorben.

„Besonders in typisch österreichischen Rollen begeisterte sie jahrzehntelang ein dankbares Publikum und spielte sich in die Herzen der Theaterbegeisterten“, so Van der Bellen weiter. „Bis ins hohe Alter vermochte Elfriede Ott ihr Talent auf der Bühne, im Fernsehen und Film einzusetzen, wofür sie generationenübergreifend bewundert wurde.“ Zudem habe sie sich stets für nachkommende Bühnentalente engagiert. „Wir alle werden Elfriede Ott ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.“

Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) sieht mit Ott ein „bedeutendes Stück Wiener Theatertradition“ verschwinden. „Mit unverwechselbarer Raffinesse gelang es ihr, selbst einfache Texte der Trivialität zu entheben und Kultstatus erlangen zu lassen.“ Dabei blieb Ott „bodenständig, herzlich sowie Wien und seinen Bewohnern verbunden. Wir verneigen uns vor einer Großen, die man in dieser Stadt zu Recht und mit liebevollen Respekt ‚die Ott‘ nennt.“

Betroffen zeigte sich auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda. „Heute ist ein trauriger Tag für das Theater und die Kultur. Mit Elfriede Ott ist eine der ganz Großen von uns gegangen.“

Der erste Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) beschrieb Ott in einer Aussendung als „große Schauspielerin, die es nicht nur im Theater an der Josefstadt schaffte, die österreichische Lebensweise auf die Bühne zu bringen“. Nicht zuletzt für ihre Nachwuchsförderung „gilt unser besonderer Dank“.

Ex-Kulturminister und Wiens ÖVP-Landesparteiobmann, Gernot Blümel, verwies auf ihre Leistungen auf den Bühnen der Stadt, hielt aber auch fest: „Durch ihr vielseitiges Talent prägte sie nicht nur die Theaterlandschaft, sondern begeisterte die Menschen auch als Kabarettistin und Kino-Schauspielerin.“

Von einem großen Verlust sprach auch Gerald Ebinger, Kultursprecher der Wiener FPÖ: „Ihr Engagement für das Theater und den Nachwuchs wird eine tiefe Lücke in der heimischen Kulturlandschaft hinterlassen.“ Ebinger kündigte zudem einen Antrag seiner Partei im Wiener Rathaus an, um eine geeignete Straße oder einen geeigneten Platz nach Ott zu benennen.

Dass die Schauspielerin die Theater- und Filmlandschaft geprägt hat, betonte NEOS-Kultursprecher Sepp Schellhorn: „Das Wiener Urgestein begeisterte mehr als ein halbes Jahrhundert ihr Publikum, egal ob auf der Bühne oder auf der Leinwand.“ Sie werde auch „nach ihrem Tod für ihr Wirken und ihre Leistungen unvergessen bleiben“.

Große Trauer herrschte in Otts Stammhaus, dem Theater in der Josefstadt. „Mit Elfriede Ott geht eine große Persönlichkeit von uns, schauspielerisch wie menschlich“, erklärte Direktor Herbert Föttinger. Sie war „zweifellos eine herausragende Komödiantin und eine der außergewöhnlichsten Volksschauspielerinnen Österreichs. Als solche war sie bekannt und beliebt, als solche hat sie sich in die Herzen des Publikums gespielt.“ (APA)