Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.07.2019


Tirol

Causa Erl: Gericht weist Haselsteiner

Im Prozess gegen Blogger Wilhelm ging es um Alt-LH Wallnöfer.



Innsbruck, Erl – Der Industrielle Hans Peter Haselsteiner ist an einer Nebenfront der Causa Erl mit einer Klage gegen Blogger Markus Wilhelm abgeblitzt. Haselsteiner hatte Wilhelm auf Unterlassung geklagt, weil dieser auf Social Media das Gerücht in Umlauf gebracht haben soll, dass er ein unehelicher Sohn des früheren Tiroler Langzeitlandeshauptmanns Eduard Wallnöfer sei. Das Gericht wies die Klage ab. Das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig.

„Mit seiner Veröffentlichung schürte der Beklagte weder das bereits bekannte Gerücht, Eduard Wallnöfer sei der Vater des Klägers, noch legte er eine Vaterschaft nahe“, hieß es in der schriftlichen Urteilsbegründung des Landesgerichts Innsbruck. Die mündliche Verhandlung hatte im Mai stattgefunden.

Der Industrielle hatte wegen angeblich erlittener Kränkung einen immateriellen Schadenersatz von 21.000 Euro von Wilhelm gefordert. Haselsteiner muss stattdessen nun – sollte das Urteil rechtskräftig werden – für die Prozesskosten aufkommen.

Wilhelm habe auch nicht „die väterliche Abstammung des Klägers in einer diesen bloßstellenden Form“ erörtert, hieß es weiters. Das Gericht kam zum Schluss, dass durch die Veröffentlichung der höchstpersönliche Lebensbereich Haselsteiners nicht in einer Art und Weise berührt wurde, „die zur Bloßstellung geeignet wäre“.

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Der Erler Festspielpräsident, anwaltlich vertreten durch Ex-FPÖ-Justizminister Michael Krüger, argumentierte, dass durch den Blogger das Gerücht Personen erreicht habe, „die davon bislang keine Kenntnis gehabt haben oder die dem Gerücht keinerlei Glauben geschenkt haben“. Das Gericht stellte indes fest, dass das Gerücht seit vielen Jahren bestehe und „politisch interessierten Personen“ bekannt sei. (APA)