Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.07.2019


Bühne

Abschluss der Festspiele Erl: „Verachtet mir die Meister nicht“

Abschluss-Soirée der Tiroler Festspiele Erl mit vielen Künstlern und „Meistersinger“-Ausschnitten.

Die Sopranistin Anna Princeva hat von den Tiroler Festspielen Erl aus den Weg auf die internationalen Bühnen geschafft.

© ErlDie Sopranistin Anna Princeva hat von den Tiroler Festspielen Erl aus den Weg auf die internationalen Bühnen geschafft.



Von Ursula Strohal

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Innsbruck, Erl – Mit einer „Abschluss-Soirée“ ging Sonntagabend im Erler Festspielhaus das Sommerspiel und gleichzeitig die Ära Gustav Kuhn samt Verlängerung durch sein Team zu Ende. Es war ein Finale mit vielen Bezügen, eine (ohne ihn namentlich zu zitieren) Reverenz an den Festspielgründer und seine künstlerische Ausrichtung. Es sollte ein Abend sein, an dem es um „allem Tagesgeschehen Übergeordnetes“ ging – um die Kunst.

In drei Teilen spiegelten sich jenseits des Innermusikalischen liegende Aspekte der bisherigen Erler Festspiele: wesentliche Komponisten, das Vokalensemble, der Orchester- und Choraufbau, die Künstler- und besonders Nachwuchsförderung, das Publikum und mehr. Den Beginn markierte wie im Gründungskonzert das Brahms-Lied „O kühler Wald“. Mit Franz Schubert, Orchesterminiaturen von Anton Webern, Anton Bruckners „Locus iste“, mit dem sich der Festspielchor eindrucksvoll in Szene setzte, Dorfszenen von Bela Bartók und Ludwig van Beethovens „Chorfantasie“ – am Klavier die Erler Klavierlegende Jasminka Stancv ul ­– war der erste, von Beomseok Yi umsichtig geleitete Teil gefüllt.

Ekhart Wycik leitete mit Temperament den nächsten Abschnitt, der voll Stimmglanz und guter Laune Richard Strauss (Susanne Geb), Massenet (Oskar Hillebrandt), Verdi (Anna Princeva), Rossini (Andrea Silvestrelli u. a.) und Johann Strauß gewidmet war. Als Überraschung, Gedankensprung an die Accademia-Talenteschmiede und Dank an die „Gönner“ sang die blutjunge Lauren Urquhart Mozarts Konzertarie.

Das Festspielorchester demonstrierte seine Vielseitigkeit. Der dritte Teil brachte, von Andreas Leisner vollmundig dirigiert, szenisch Teile aus Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ samt finaler Festwiese. „Verachtet mir die Meister nicht!“, mahnte einmal mehr Franz Hawlata, und nicht nur er vertrat die prominenten Interpreten, die den Weg nach Erl gefunden haben und blieben.

Ein vom Publikum umtostes Konzert, das auch Leisners höchst beachtliche Sommersaison feierte, brachte weiters folgende Solisten auf die Bühne: Frederik Baldus, Joo-Anne Bitter, Ferdinand von Bothmer, Iurie Ciobanu, Hui Jin, Svetlana Kotina, Anna Lucia Nardi, Julian Orlishausen, Giovanni Battista Parodi, James Roser, Alena Sautier, Raphael Sigling, Andrea Silvestrelli, Bianca Tognocchi, Giorgio Valenta, Wolfram Wittekind, Nicola Ziccardi u. a. Wagners C-Dur-Finale, hieß es, „wirft sein Licht auch in die Zukunft“. Ab Herbst verantwortet Bernd Loebe als Intendant die Tiroler Festspiele Erl.




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